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EU-Agrarkommissar Hansen plant einfachere GAP und neue Bioökonomie

Der neu ernannte EU-Agrarkommissar Christophe Hansen hat bei seiner ersten Teilnahme am EU-Agrarministerrat in Brüssel wichtige Initiativen für die Zukunft der europäischen Land- und Forstwirtschaft vorgestellt. Er kündigte an, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu vereinfachen und die Entwicklung der Bioökonomie voranzutreiben, um neue Arbeitsplätze und alternative Einkommensquellen zu schaffen. Bis 2025 soll eine neue Bioökonomiestrategie entstehen, die EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall erarbeiten wird.

Der ungarische Landwirtschaftsminister István Nagy würdigte die Zusammenarbeit der beiden Kommissare als bedeutenden Wandel, der weg von bevormundender Politik hin zu einer kooperativen Ausrichtung von Landwirtschafts- und Umweltpolitik führt. Hansen betonte, dass die Bioökonomie das Ziel verfolgt, den Import von Biomaterialien aus Nicht-EU-Staaten zu reduzieren und durch europäische Produkte zu ersetzen. Dies würde nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des primären Sektors stärken, sondern auch der Industrie zugutekommen.

Hansen prognostizierte zudem, dass zunehmend mehr Industriebetriebe auf pflanzenbasierte Rohstoffe umstellen werden, wobei die Ernährungssicherheit weiterhin gewährleistet bleiben soll. Zusätzlich kündigte der Agrarkommissar an, dass kurzfristig Vorschläge zur Überarbeitung der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) und der EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP) vorgelegt werden sollen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Position der Landwirte innerhalb der Wertschöpfungskette zu stärken und Europas Abhängigkeit von Lebensmittelimporten zu verringern.

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