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Weniger Wasser, mehr Wirkung bei Krautfäule-Spritzung

Die Krautfäule zählt nach wie vor zu den schwerwiegenden Erkrankungen, die Kartoffelkulturen gefährden können. In landwirtschaftlichen Betrieben hält sich jedoch ein weitverbreiteter Irrglaube, der die Wirksamkeit von Fungizidmaßnahmen beeinträchtigen kann: Es wird angenommen, dass für eine erfolgreiche Anwendung – besonders bei Stoppspritzungen – große Mengen Wasser erforderlich seien.

In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Gerade bei systemischen Wirkstoffen ist eine hohe Wasserzufuhr nicht nur unnötig, sondern kann sogar kontraproduktiv wirken. Denn diese Substanzen zeichnen sich durch eine gute Wasserlöslichkeit aus und verteilen sich daher rasch innerhalb der Pflanzenstruktur.

Systemisch wirkende Pflanzenschutzmittel verfügen hingegen nur über eine geringe Fettlöslichkeit. Das erschwert ihren Durchtritt durch die wachsartige, fetthaltige Schutzschicht der Kartoffelpflanze. Die entscheidende Wirksamkeit entfalten sie deshalb dort, wo sie direkt an der Oberfläche der Blätter verbleiben können – und das gelingt besser bei höherer Wirkstoffkonzentration in der Spritzbrühe.

Für eine effektive Anwendung empfiehlt es sich daher, die eingesetzte Wassermenge bei Stoppspritzungen mit systemischen Produkten auf 200 Liter pro Hektar zu begrenzen. Liegt eine entsprechende Zulassung vor, sind auch 150 Liter pro Hektar möglich – vorausgesetzt, der Spritzdruck sowie das Tropfenspektrum bleiben innerhalb der Vorgaben, um eine gleichmäßige Verteilung sicherzustellen.

Auch bei der Wirkstoffaufnahme kann gezielt nachgeholfen werden. So lässt sich durch eine gezielte Absenkung des pH-Werts der Spritzbrühe die Aufnahme von Cymoxanil deutlich verbessern. Der Hintergrund: Wird der pH-Wert gesenkt, verändert sich das Verhältnis von Fett- zu Wasserlöslichkeit, was die Aufnahme durch die Blattoberfläche selbst bei niedriger Luftfeuchtigkeit begünstigt.

Darüber hinaus beeinflusst die pH-Wert-Absenkung die elektrische Ladung der Moleküle. Werden diese neutral, dringen sie leichter in das Pflanzengewebe ein – eine Eigenschaft, die die Wirksamkeit des Mittels zusätzlich verstärkt.

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