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Flufenacet verschwindet – Alternativen werden knapper

Der Wirkstoff Flufenacet steht im kommenden Jahr nicht mehr zur Verfügung. Wer noch Zugriff auf diesen Wirkstoff hat, sollte ihn bis zum Ablauf der Aufbrauchsfrist gezielt einsetzen, vor allem auf schwierigen Standorten. Die hohe Ungrasbelastung und vielerorts nachlassende Wirkung von Frühjahrsherbiziden rücken die Herbstanwendung von Bodenherbiziden zunehmend in den Vordergrund. Häufig lassen sich Unkräuter wie Ackerfuchsschwanz oder Weidelgräser nur mit einem Bodenherbizid in Verbindung mit integrierten Maßnahmen wie einer verzögerten Aussaat kontrollieren.

Doch auch hier entfällt nun Flufenacet, der über zwei Jahrzehnte ein zentraler Baustein der Unkrautbekämpfung war und hauptsächlich gegen Ackerfuchsschwanz zum Einsatz kam. Noch sind Produkte wie Herold SC, Cadou SC oder Malibu erhältlich. Für diese Mittel gilt je nach Präparat eine übliche Abverkaufsfrist von sechs Monaten, gefolgt von verkürzten Aufbrauchfristen zwischen sechs und zwölf Monaten. Spätestens ab dem 10. Dezember 2026 darf Flufenacet nicht mehr ausgebracht werden.

Worauf sollten Sie beim Herbizideinsatz achten? Setzen Sie Flufenacet gezielt bis zum Ende der Aufbrauchfrist ein, besonders auf Flächen mit starkem Ackerfuchsschwanzdruck. Planen Sie jedoch rechtzeitig Alternativen ein: Kombinationen wie Mateno Duo plus Jura oder Boxer bieten weiterhin Wirkungsmöglichkeiten. Es zeigt sich jedoch deutlich, dass chemische Lösungen allein nicht ausreichen werden. Nur wer integrierte Maßnahmen wie erweiterte Fruchtfolgen, späte Saattermine und angepasste Bodenbearbeitung kombiniert, kann Problemunkräuter wie Ackerfuchsschwanz, Weidelgras, Taube Trespe, Vulpia, Windhalm und Rispenarten dauerhaft unter Kontrolle halten.

Welche Alternativen zu Flufenacet existieren? Als flufenacetfreie Herbizide können Boxer, Cofeno oder Jura Max gefolgt von Trinity verwendet werden. Zur Bekämpfung von Weidelgras besitzen derzeit nur Pontos, Quirinus, Cofeno oder Fantasia Gold eine Zulassung. Falls Sie eine Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz oder Windhalm mit Chlortoluron- und Flufenacet-haltigen Präparaten planen, wirken diese auch gegen Weidelgräser.

Versuche zeigten, dass eine Spritzfolge mit einem Prosulfocarb-haltigen Herbizid im Vorauflauf gefolgt von einem CTU-haltigen Präparat wie etwa 3,5 Liter je Hektar Carmina 640 oder 3,0 Liter je Hektar Lentipur oder 2,0 Liter je Hektar Trinity gute Wirkungsgrade erzielte. Eine Bekämpfung des Windhalms im Herbst ist auch im frühen Nachauflauf bei BBCH 10 bis 11 mit reduzierten Aufwandmengen wie 0,3 bis 0,4 Liter je Hektar Herold SC, 0,4 Liter je Hektar Battle Delta, 0,35 Liter je Hektar Mateno Duo plus 0,25 Liter je Hektar Cadou SC, 0,25 Liter je Hektar Herold SC plus 1,5 Liter je Hektar Trinity oder 0,5 Liter je Hektar Pontos möglich.

Bei einem Ausfall von Flufenacet stehen Alternativen wie beispielsweise 2,5 Liter je Hektar Boxer plus 0,4 Liter je Hektar Beflex, 1,5 Liter je Hektar Carmina 640 plus 0,4 Liter je Hektar Beflex oder 2,0 Liter je Hektar Trinity zur Verfügung.

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