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Silizium-Düngung: Hoffnungsträger bei Dürren und im Klimawandel?

Im Ackerbau gewinnt der gezielte Einsatz von Silizium zunehmend an Bedeutung. Besonders amorphes Silikat, eine leicht pflanzenverfügbare Form, wird auf seine Wirkung unter trockenen Bedingungen und bei begrenzter Nährstoffverfügbarkeit untersucht. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Silizium nicht nur zur Ertragsstabilisierung beitragen, sondern auch die Effizienz der Phosphoraufnahme verbessern kann.

Ein Beispiel aus Brandenburg liefert erste praktische Hinweise auf die Wirksamkeit: In einem Versuchsprojekt wurde amorphes Silikat auf Weizenflächen ausgebracht, die im Dürrejahr besonders stark unter Wassermangel litten. Im Vergleich zu unbehandelten Parzellen lagen die Erträge bei siliziumversorgten Flächen um bis zu 80 Prozent höher. Gleichzeitig konnte der Bedarf an Phosphordüngern halbiert werden.

Obwohl Silizium mengenmäßig eines der häufigsten Elemente der Erdkruste ist, steht es Pflanzen in vielen Böden nur eingeschränkt zur Verfügung. Der Großteil des Siliziums liegt in stabilen Formen wie Quarz oder gebunden in Silikatmineralen vor. Diese sind für die Pflanzen schwer zugänglich, da sie nur langsam verwittern. Amorphe Silikate hingegen setzen im Boden lösliche Kieselsäure frei – eine Form, die von Pflanzenwurzeln aufgenommen und in die Zellstruktur eingebaut werden kann.

Die positive Wirkung von Kieselsäure auf Kulturpflanzen zeigt sich vor allem in einer besseren Wassernutzung. Durch die Einlagerung in Zellwände wird der Wasserverlust verringert und die Toleranz gegenüber Trockenstress erhöht. Zusätzlich kann die Phosphorverfügbarkeit im Boden steigen, da Silizium die Bindung von Phosphat an Eisen und Aluminium reduziert.

Neben dem direkten Nutzen für die Pflanzen beeinflusst amorphes Silikat auch die Eigenschaften des Bodens. Es unterstützt Bodenprozesse, die für Nährstoffverfügbarkeit und Struktur wichtig sind. Gleichzeitig können regelmäßige Entzüge durch die Ernte langfristig zu einem Rückgang der Silikatvorräte führen, was sich negativ auf die Bodengesundheit auswirkt.

Trotz vielversprechender Ergebnisse bleibt der Einsatz von Siliziumdüngern bislang begrenzt. Die vergleichsweise hohen Kosten, die eingeschränkte Marktlage und das Fehlen umfassender Langzeitstudien bremsen eine breitere Anwendung in der Praxis. Dennoch zeigt sich in Fachkreisen wachsendes Interesse an integrativen Strategien, die Silizium über organische Stoffe wie getreidereiches Stroh oder Pflanzenkohle in den Nährstoffkreislauf zurückführen.

Ein weiterer Ansatz liegt in der Kombination mit Kompost. Hier kann Silizium durch biologische Prozesse mobilisiert und in pflanzenverfügbarer Form freigesetzt werden. Voraussetzung ist eine sorgfältige Analyse des Bodens, um Bedarf und Wirkung einschätzen zu können.

Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Siliziumdüngung ein interessantes Werkzeug zur Anpassung des Ackerbaus an klimatische Veränderungen sein kann. Vor allem in trockenen Jahren und bei phosphorarmen Standorten eröffnet sich die Möglichkeit, Erträge zu sichern und die Düngereffizienz zu steigern.

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