Das Bundessortenamt hat kürzlich die neue Sorghumsorte DSV Pizarro für die Nutzung als Silage zugelassen. Diese Entscheidung, die im Rahmen der jährlichen Zulassungsverhandlungen sowohl für Mais als auch für Sorghum fiel, wurde vom Deutschen Maiskomitee bekanntgegeben.
Zulassungsprozess und Kriterien
In Deutschland unterliegen neue Pflanzensorten strengen Qualitätsanforderungen, die gesetzlich durch das Saatgutverkehrsgesetz geregelt sind. Eine Neuzüchtung muss signifikante Vorteile gegenüber bestehenden Sorten aufweisen, um eine Marktzulassung zu erhalten. Diese Vorteile können in Form von höheren Erträgen, erhöhter Widerstandsfähigkeit oder verbesserten Verarbeitungseigenschaften auftreten.
Warum Sorghum an Bedeutung gewinnt
Die zunehmende Trockenheit der letzten Jahre zwingt Landwirte dazu, alternative Kulturen für Ackerbau und Futtermittelproduktion in Betracht zu ziehen. Laut der Deutschen Saatveredelung AG (DSV) erweist sich Sorghum als besonders resistent gegenüber abiotischen Stressfaktoren und gewinnt daher an Attraktivität.
Sorghum-Hybriden benötigen weniger Wasser, kommen mit unterschiedlichen Bodenqualitäten zurecht und nutzen Stickstoff effizient. Weltweit rangiert Sorghum auf dem fünften Platz der Getreideanbauflächen und bietet vielseitige Anwendungsmöglichkeiten in der menschlichen und tierischen Ernährung sowie der Biomasseproduktion.
Arten und Anbau von Sorghum
Sorghum bicolor umfasst Futter-, Dual- und Körnersorten mit geringer Bestockung und kompakten Körnertypen. Besonders die Brown Midrib-Typen (BMR) sind durch eine genetische Besonderheit im Blatt besonders verdaulich. Sorghum sudanense hingegen wird vorwiegend für Silagenutzung angebaut und zeichnet sich durch starke Bestockung aus. Kreuzungen beider Arten weisen mittlere bis starke Bestockung auf.
Aussaatbedingungen
Aussaatbedingungen sind entscheidend für den Erfolg des Sorghumanbaus. In südlichen Regionen Deutschlands kann die Aussaat frühestens Anfang Mai beginnen, während in anderen Gebieten zwischen Mitte Mai und Mitte Juni geeignete Bedingungen herrschen können. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 12 bis 15°C; Temperaturen um 4°C können zu irreversiblen Frostschäden führen.
Bodenbearbeitung und Unkrautkontrolle
Der Boden sollte feinkrümelig sein, um den Anforderungen dieser Feinsämerei gerecht zu werden, ähnlich wie bei Rüben. Ein unkrautfreies Saatbett ist wichtig aufgrund der langsamen Jugendentwicklung von Sorghum. Standorte mit hohem Schadhirsenaufkommen stellen eine Herausforderung dar, da nur begrenzte chemische Pflanzenschutzmittel verfügbar sind.
Aussaatmethoden
Sowohl Drillsaat als auch Einzelkornsaat sind praktikable Methoden zur Aussaat von Sorghum. Reihenweiten von 25 bis 75 cm sind üblich und beeinflussen das Abreifeverhalten der Rispen nicht merklich bei standardmäßigen Saatstärken. Engere Reihen fördern die Unkrautunterdrückung durch frühere Schließung der Reihen.
Empfohlene Saattiefe und -stärke
Unter optimalen Bedingungen sollte die Saattiefe zwischen 2 und 4 cm liegen; bei trockenen Verhältnissen empfiehlt sich eine tiefere Ablage bei 4 cm. Für wenig bestockende Typen wie S. bicolor werden 20 bis 25 Körner pro Quadratmeter empfohlen, während stärkere Typen wie S. bicolor x S. sudanense mit 30 bis 35 Körnern pro Quadratmeter ausgesät werden sollten.
