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Wetter, Zölle und Gewinne prägen Agrarmärkte zum Wochenstart

Der Milchmarkt zeigte zum Wochenabschluss kaum Bewegung. Butter wurde an der EEX im Juni-Future bei 7.388 Euro pro Tonne gehandelt, ein Anstieg von 23 Euro gegenüber der Vorwoche. Bei Magermilchpulver ergab sich ein uneinheitliches Bild: Der Juni-Kontrakt legte um 13 Euro auf 2.463 Euro pro Tonne zu. Die derzeit niedrigen Milchanlieferungen in Deutschland stabilisieren die Preise. Gleichzeitig wirkt der festere Euro dämpfend auf das Exportgeschäft, was größere Kursanstiege erschwert.

Am Ölsaatenmarkt blieb der Raps an der Euronext weitgehend stabil. Der August-Kontrakt schloss mit einem leichten Minus von 0,75 Euro bei 488,50 Euro pro Tonne, nachdem er über die Woche hinweg um 4,75 Euro (1 Prozent) zugelegt hatte. An der Börse in Chicago gaben die Sojabohnen nach. Der Juli-Kontrakt sank am Freitag um 7,25 Cent auf 10,60 US-Dollar je Bushel, rund 345 Euro pro Tonne. In der Wochenbilanz bleibt jedoch ein leichtes Plus von einem Prozent. Belastend wirkten Ankündigungen der US-Regierung: Präsident Trump hatte neue Importzölle von 50 Prozent auf EU-Waren angekündigt, die sich negativ auf US-Exporte, darunter auch Sojabohnen, auswirken könnten. Der ursprünglich angesetzte Termin am 1. Juni wurde inzwischen auf den 9. Juli verschoben.

Der Weizenhandel an den europäischen Börsen beendete die Woche mit rückläufigen Kursen. An der Euronext verlor der Frontmonat September am Freitag 2,75 Euro und schloss bei 206,50 Euro je Tonne. Trotz dieses Rückgangs blieb ein Wochengewinn von 2,25 Euro (plus 1,1 Prozent). Auch an der CBoT in Chicago sank der Juli-Kontrakt leicht um 2 Cent auf 5,42 US-Dollar pro Bushel, was umgerechnet etwa 175 Euro pro Tonne entspricht. Auf Wochensicht verzeichnete der Future jedoch ein Plus von 3,3 Prozent. Regenfälle in Teilen Europas nahmen den Druck von den Ertragserwartungen, was zu Gewinnmitnahmen führte. Händler zeigten sich zudem vorsichtig, da steigende Preise das EU-Exportgeschäft weiter erschweren könnten.

Auch der Maishandel in Chicago wurde am Freitag von Gewinnmitnahmen geprägt. Der Juli-Termin fiel um 3,5 Cent auf 4,63 US-Dollar pro Bushel, was etwa 160 Euro pro Tonne entspricht. Trotzdem verzeichnete der Kontrakt im Wochenverlauf einen Anstieg von 4,4 Prozent. An der Euronext fiel der aktivste August-Kontrakt um 3,75 Euro auf 203,50 Euro pro Tonne, womit der Wochengewinn auf 5 Euro schrumpfte. Die Sorge über mögliche neue Handelsbarrieren sowie das bevorstehende lange Feiertagswochenende in den USA führten dazu, dass Händler ihre Positionen reduzierten. Die US-Börsen blieben am Montag wegen Memorial Day geschlossen.

Im Kartoffelhandel an der EEX blieb die Lage weitgehend unverändert. Die Umsätze sind gering, und die Preise bewegen sich auf stabilem Niveau. Der Kontrakt für November 2025 notiert bei 13,50 Euro je Dezitonne. Die Saisontermine für April 2026 und April 2027 liegen bei 17,50 Euro bzw. 16 Euro je Dezitonne. Am Kassamarkt zeigen sich leichte Anzeichen einer Erholung, die sich unterstützend auf die Börsennotierungen auswirken könnten. Kurzfristig wird mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung gerechnet.

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