Auf der kommenden Agritechnica wird das tschechische Unternehmen Skymaps sein neues KI-Modell „Zoneye“ präsentieren. Dieses System wurde entwickelt, um Landwirte bei der präzisen Identifizierung von Unkräutern zu unterstützen und damit eine gezieltere Feldbewirtschaftung zu ermöglichen.
Das Programm kann auf regionale Gegebenheiten angepasst werden und erkennt aktuell 37 verbreitete Unkrautarten. Grundlage dafür sind Drohnenbilder, auf denen die genaue Position der Pflanzen markiert wird. Zoneye ist vollständig in die CultiWise-Plattform eingebunden, die zusätzlich Applikationskarten erstellt. Laut Anbieter können dadurch Betriebskosten um bis zu 50 Prozent reduziert und Erträge um bis zu 20 Prozent gesteigert werden.
Die Software basiert auf einem KI-Modell, das mit Millionen von Fotos trainiert wurde. Sie identifiziert innerhalb weniger Minuten Pflanzen wie Disteln, Kamille oder Ambrosia in verschiedenen Kulturen, darunter Mais, Winterweizen, Sojabohnen, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Raps, Kartoffeln und Zwiebeln. Nutzer laden ihre eigenen Drohnenbilder in die Cloud hoch und erhalten präzise Auswertungen.
Die Anwendung ist für alle CultiWise-Abonnenten weltweit verfügbar und kostet je nach Nutzung zwischen fünf und zwanzig Euro pro Hektar. Passende Drohnen mit RGB-Kameras können zusätzlich erworben werden, die Preise beginnen bei rund 4.200 Euro. Aus einer Flughöhe von 40 bis 120 Metern werden Bilder aufgenommen, die anschließend vom System analysiert werden.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der zielgerichteten Ausbringung von Herbiziden. Da die Mittel ausschließlich auf die tatsächlich vorhandenen Unkräuter aufgebracht werden, lässt sich der Einsatz um bis zu 50 Prozent reduzieren. Gleichzeitig sinkt die Belastung der Kulturpflanzen, was laut den Entwicklern zu Ertragssteigerungen von bis zu 20 Prozent führen kann.
Das KI-Modell ist in der Lage, auch unter schwierigen Bedingungen zwischen Nutzpflanzen und Unkraut zu unterscheiden. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit zur Erkennung in sogenannten „Green-on-Green“-Situationen, in denen beide Pflanzenarten für das menschliche Auge nahezu identisch erscheinen. Zoneye analysiert Felder bis auf die Ebene einzelner Pflanzen und kann diese exakt zählen.
Ein praktisches Beispiel zeigt den Nutzen: In einem Betrieb konnte Zoneye die Flächen exakt markieren, auf denen die Anzahl überlebender Pflanzen pro Hektar noch oberhalb der wirtschaftlichen Schwelle lag. Dadurch musste nur auf den tatsächlich betroffenen Arealen nachgesät werden.
Neben der Unkrauterkennung unterstützt die Software auch bei der Aussaat. Anhand von Daten zu Pflanzendichte und Lücken im Bestand können Empfehlungen zur Anpassung der Saatmenge gegeben werden. Darüber hinaus erstellt das System Prognosen zur Ernte, die Landwirten bei der Lager- und Vermarktungsplanung helfen.
