Die weltweite Rapserzeugung steht vor einem neuen Rekord. Dennoch hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) seine Prognose für das Erntejahr 2025/26 leicht nach unten korrigiert. Die aktuelle Schätzung liegt nun bei 95 Millionen Tonnen, was zwar 150.000 Tonnen unter der Januar-Prognose liegt, aber immer noch 9 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr und damit ein neuer Höchstwert ist.
Einflussfaktor Belarus
Die Anpassung der globalen Ernteschätzung resultiert aus einer reduzierten Produktionsprognose für Belarus, wo nun mit einer Ernte von 950.000 Tonnen gerechnet wird, 150.000 Tonnen weniger als zuvor angenommen. Die Prognosen für andere große Produzenten wie Kanada und die EU bleiben unverändert.
Verbrauch und Vorräte
Während die Ernteprognose leicht gesenkt wurde, zeigt sich eine Zunahme beim Verbrauch. Die Nachfrage nach Raps wird nun auf 92,4 Millionen Tonnen geschätzt, was einen leichten Anstieg gegenüber den vorherigen Erwartungen darstellt. Trotz dieser erhöhten Nachfrage bleibt die Versorgungslage entspannt mit einem voraussichtlichen Überschuss von 2,6 Millionen Tonnen.
Die Lagerbestände am Ende des Wirtschaftsjahres könnten jedoch unter den bisherigen Erwartungen liegen. Das USDA prognostiziert Vorräte in Höhe von 12,1 Millionen Tonnen, was eine Reduktion um 80.000 Tonnen im Vergleich zur Januar-Schätzung bedeutet, jedoch immer noch über den Beständen der letzten Saison liegt.
Anstieg im Welthandel
Auch der globale Handel mit Raps erfährt eine Aufwärtskorrektur. Für das Jahr wird erwartet, dass 18,2 Millionen Tonnen weltweit gehandelt werden – ein Plus von 145.000 Tonnen gegenüber früheren Schätzungen. Auf Jahresbasis stellt dies dennoch einen Rückgang um 1,5 Millionen Tonnen dar.
Länder wie Kanada und die USA planen ihre Exporte zu erhöhen, während Australien voraussichtlich weniger Raps auf den internationalen Märkten anbieten wird.
Kritische Betrachtung
Trotz der positiven Gesamtlage bei der Rapserzeugung zeigen die Anpassungen in der Prognose wichtige Herausforderungen auf. Die Abhängigkeit von einzelnen Produktionsländern und schwankende Marktbedingungen erfordern eine kontinuierliche Beobachtung durch Landwirte und Entscheidungsträger in der Agrarpolitik.
Insgesamt bleibt die weltweite Versorgung mit Raps komfortabel, jedoch könnten unvorhergesehene klimatische oder wirtschaftliche Veränderungen diese Lage rasch beeinflussen.
