Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise in Deutschland haben im Dezember 2025 einen deutlichen Rückgang erlebt, wie aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die Preise um 8,3 %, während sie im November 2025 noch um 5,7 % und im Oktober um 1,7 % gesunken waren. Im Monatsvergleich zum November 2025 fiel der Preisindex weiter um 1,6 %.
Entwicklung bei pflanzlichen und tierischen Produkten
Pflanzliche Erzeugnisse verzeichneten im Dezember 2025 einen Preisrückgang von 11,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark betroffen waren Speisekartoffeln, deren Preise um nahezu die Hälfte (-48,0 %) zurückgingen. Dies ist unter anderem auf die Rekordernte von fast 13,9 Millionen Tonnen zurückzuführen. Diese außergewöhnliche Menge resultiert aus einer erheblichen Ausweitung der Anbaufläche seit dem Jahr 2023.
Die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse sanken ebenfalls, jedoch moderater um 6,4 %. Besonders auffällig war der Rückgang der Milchpreise um 17,3 %, während die Eierpreise um 13,0 % stiegen. Auch bei Rindern wurde ein erheblicher Preisanstieg von 27,1 % festgestellt.
Kartoffelüberschuss beeinflusst Preise stark
Der anhaltende Preisverfall bei Speisekartoffeln wird maßgeblich durch die massive Produktionsmenge beeinflusst. Die hohe Erntemenge war eine Folge der Flächenausweitung in den letzten Jahren, kombiniert mit günstigen Wetterbedingungen für den Kartoffelanbau. Trotz guter Erträge sind die Überschüsse so erheblich, dass die Preise weiterhin unter Druck stehen.
Sektorale Preisentwicklungen bei Obst und Gemüse
Ebenfalls gesunken sind die Preise für Obst (-18,5 %) und Getreide (-16,0 %) gegenüber dem Vorjahr. Bei Gemüse hingegen wurden Preisanstiege verzeichnet; Salat verteuerte sich um 15,0 %, Gurken um 11,7 %, während Kohlgemüse und Tomaten sich verbilligten.
Tierische Produkte: Uneinheitliche Entwicklungen
Trotz eines generellen Rückgangs der Preise für tierische Erzeugnisse gab es innerhalb dieser Kategorie unterschiedliche Trends: Während die Milchpreise deutlich sanken, erlebten Geflügelprodukte wie Enten und Puten Preisanstiege von 14,0 %. Für Schlachtschweine hingegen gingen die Preise nach unten.
Blick auf das Gesamtjahr 2025
Trotz der Schwankungen einzelner Monate ergab sich für das gesamte Jahr 2025 ein leichter Anstieg der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise um 0,3 %. Pflanzenprodukte wurden im Durchschnitt preiswerter (-9,6 %). Hingegen stiegen die Preise für tierische Produkte insgesamt an; bemerkenswert sind hier insbesondere Milch (+8,9 %) und Eier (+6,8 %). Diese Entwicklungen verdeutlichen das komplexe Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage sowie den Einfluss externer Faktoren wie Wetterbedingungen auf den Agrarsektor.
