Anzeige
 

Deutsche Schweinehalter verlieren wöchentlich 16 Mio. €

Die Schweinehaltung in Deutschland steht vor einer existenziellen wirtschaftlichen Herausforderung. Nach Berechnungen des Schweine-Radars erleidet die Branche derzeit wöchentlich Verluste von über 16 Millionen Euro.

Massive finanzielle Verluste für Züchter

Bereits am Ende des vergangenen Jahres zeichnete sich eine schwierige Lage für die Schweinehalter ab. Mit Beginn des Jahres 2026 haben sich die Notierungen für Ferkel und Schlachtschweine weiter verschlechtert, was die finanzielle Situation noch prekärer macht. Der aktuelle Preis liegt bei 1,45 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht und 35 Euro für ein 25-Kilogramm-Ferkel im Nordwesten Deutschlands.

Ein Sauenhalter muss im Jahr mit einem Verlust von über 500 Euro pro Tier rechnen. Trotz der niedrigen Preise für Ferkel können auch Mäster nicht profitabel arbeiten und verlieren etwa 15 Euro je Mastschwein. Die Produktionskosten für ein Mastschwein belaufen sich auf rund 150 Euro, was einen Preis von mindestens 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht erforderlich machen würde. Um kostendeckend zu arbeiten, müssten Ferkelpreise bei mindestens 67 Euro liegen.

Kalkulationsgrundlage: Alte Ställe

Tobias Göckeritz vom Landvolk Mittelweser erklärt, dass die Berechnungen auf teilabgeschriebenen Ställen basieren. In der Region Diepholz-Nienburg werden kaum neue Ställe gebaut, da bestehende Gebäude zunehmend veralten. Göckeritz betont, dass mit den derzeitigen Kosten kaum jemand in der Lage sei, neue Gebäude zu errichten. Trotz einer leichten Erholung der Schweinebestände sieht er keine Trendwende bei den Investitionen in Sicht.

Negative Prognosen trotz geringer Preise

Zwar sind die Ferkelpreise als „spottbillig“ zu bezeichnen, dennoch reichen sie nicht aus, um den wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe zu mindern. Die derzeitige finanzielle Situation ist laut Experten katastrophal und führt zu erheblichen Verlusten in der Branche.

Für ausführlichere Informationen und detaillierte Zahlen verweist das Landvolk Mittelweser auf ihre Webseite unter www.landvolk-mittelweser.de/schweine-radar.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Schweinepreise steigen weiter: Knappes Angebot treibt Notierungen an

Schweinepreise steigen weiter an: Die aktuelle Marktlage zeigt eine anhaltende Aufwärtsbewegung bei den Preisen für Schlachtschweine. Aufgrund des begrenzten Lebendangebots, das die...

Düngerpreise explodieren: Welche Länder jetzt die Versorgung sichern

Die jüngsten Spannungen im Nahen Osten und die daraus resultierende faktische Blockade der Straße von Hormus haben zu einem deutlichen Anstieg der...

Kuhschlachtungen in Deutschland auf Rekordtief trotz sinkender Milchpreise

Im Januar 2026 wurden in Deutschland weniger Kühe geschlachtet als im gleichen Monat des Vorjahres, obwohl die Milchpreise gesunken sind. Diese Entwicklung...

Nahost-Konflikt treibt Rapspreise auf 500 €: Auswirkungen für Landwirte

Die jüngsten politischen Spannungen im Nahen Osten haben den Rapspreis erneut in die Nähe von 500 Euro pro Tonne gebracht. Diese Entwicklungen...

Kartoffelmarkt unter Druck: Überangebot lässt Preise abstürzen

Der europäische Kartoffelmarkt steht vor einer tiefen Krise, die insbesondere die Verarbeitungskartoffeln betrifft. Experten schätzen, dass in den vier größten Anbauländern -...