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Salmonellen im Griff: So senken Schweinehalter effektiv das Risiko

Die Bekämpfung von Salmonellen stellt Schweinehalter in Deutschland vor fortwährende Herausforderungen, obwohl in den letzten Jahren Fortschritte erzielt wurden. Laut aktuellen Daten sind knapp 80% der Schweinebetriebe als geringfügig gefährdet eingestuft, was sie der Kategorie I zuordnet. Dennoch bleibt die Zoonose ein ernstzunehmendes Problem für die Landwirtschaft, das eine enge Zusammenarbeit zwischen Ferkelerzeugern und Mastbetrieben erfordert.

Rückgang bei Salmonellenfällen

Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass der Anteil an Betrieben mit auffälligen Salmonellenwerten abgenommen hat. Bundesweit zählen nur noch etwa 13% der Betriebe zur Kategorie II und rund 1,5% zur Kategorie III, die das höchste Risiko aufweist. Diese positive Entwicklung ist teilweise auf koordinierte Maßnahmen im Geflügelsektor zurückzuführen, wo konsequent entlang der Produktionslinie saniert wird.

Sorge um Verbraucherwahrnehmung

Während in der Humanmedizin Salmonellen als Ursache von Infektionen an Bedeutung verloren haben, sind Campylobacter-Bakterien mittlerweile häufiger Auslöser von Erkrankungen. Dennoch infizierten sich im vergangenen Jahr mehr als 15.000 Menschen mit Salmonellose, wobei zunehmend Fälle von Salmonella typhimurium beobachtet wurden, die vor allem beim Schwein vorkommen.

Betriebshygiene als Schlüssel

Für Betriebe bedeutet das, dass trotz des bisherigen Erfolgs weiteres Optimierungspotenzial besteht. Die Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen, wo über zwei Jahrzehnte hinweg Maßnahmen zur Salmonellenbekämpfung eingeführt wurden, zeigen: Mit einer umfassenden Einbindung der Ferkelerzeuger können signifikante Verbesserungen erzielt werden.

Einige Landwirte berichteten von positiven Effekten des Projekts „Gesunder Darm“, welches durch die Tierseuchenkasse gefördert wurde. In Sauenbetrieben konnten nach langfristigen Maßnahmen keine vermehrungsfähigen Salmonellen mehr nachgewiesen werden. Dies führte auch bei nachgelagerten Mastbetrieben zu einer besseren Risikoeinstufung.

Kritische Analyse und Probenahme

Mastbetriebe müssen proaktiv Blut- und Kotproben entnehmen lassen, um den Gesundheitsstatus der Ferkel nach der Anlieferung zu überprüfen. So können zehn Blutproben und fünf Sammelkotproben bei einer 500er-Ferkelpartie Aufschluss über eine mögliche Infektion geben.

Sollten diese Tests negativ ausfallen, konzentriert sich die Suche nach Schwachstellen auf den Mastbetrieb selbst. Umgebungsproben identifizieren mögliche Hygieneprobleme in frisch gereinigten Bereichen. Diese Proben sollten an schwer erreichbaren Stellen wie Abtrennungen oder Trögen genommen werden.

Lücken in der Betriebshygiene schließen

Treten Schwachstellen zutage, müssen Landwirte handeln: Eine konsequente Rein-Raus-Belegung und korrekte Desinfektion sind essenziell. Auch kleinere Hygiene-Lücken wie unsaubere Krankenbuchten und nicht gereinigtes organisches Beschäftigungsmaterial sollten geschlossen werden.

Anpassung der Fütterung

Neben hygienischen Aspekten spielt auch die richtige Fütterung eine entscheidende Rolle. Der Gerstenanteil in der Ration sollte mindestens 30% betragen und Roggen als Schwergetreide eingebracht werden. Diese Getreidesorten fördern eine gesunde Darmschleimhaut und erschweren so die Ansiedlung von Salmonellen.

Zudem ist es ratsam, Säuren wie Ameisen- oder Propionsäure beizumischen; diese sollten bei Sauen und Mastschweinen einen Anteil von 0,8% des Trockenfutters ausmachen. Aufzuchtferkel benötigen hierbei eine Konzentration von 1%.

Unterstützung durch Fachleute

Betriebe können sich auf die Unterstützung durch Experten des Schweinegesundheitsdienstes verlassen, insbesondere in NRW stehen finanzielle Hilfen zur Verfügung. Eine gezielte Diagnostik und Umsetzung geeigneter Bekämpfungsmaßnahmen bleiben wesentlich für den Erfolg im Kampf gegen Salmonellen.