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Milchpreise fallen unter 40 Cent: Erzeuger kämpfen mit Einbußen

Der Milchwirtschaft in Deutschland steht ein herausforderndes Jahr bevor, da die Auszahlungspreise für konventionell erzeugte Kuhmilch einen deutlichen Rückgang erlitten haben. Nach Angaben der AMI sank der Preis im Januar 2026 auf 39,6 Cent pro Kilogramm, was einem Rückgang von 3,9 Cent seit Dezember 2025 entspricht. Damit ist das Preisniveau erstmals seit Ende 2021 unter die wichtige 40-Cent-Marke gefallen.

Schwache Märkte belasten Produzenten

Die Produktmärkte waren seit dem Herbst 2025 schwach und führten zu einer angespannten Marktlage. Diese Entwicklung zwang Molkereien dazu, ihre Auszahlungsleistungen weiter zu reduzieren. Ursachen für das hohe Rohstoffaufkommen sind unter anderem die Nachwirkungen der Blauzungenkrankheit, die zu verschobenen Abkalbungen führte, sowie eine gestiegene Anzahl an Milchkühen.

Zudem mussten Molkereien Spotmilch zu symbolischen Preisen abgeben, um Abnehmer zu finden. Die führenden Verwertungen aus Butter und Magermilchpulver sanken zeitweilig auf knapp 30 Cent pro Kilogramm, den niedrigsten Stand seit August 2020.

Regionale Unterschiede bei den Milchpreisen

Der Abwärtstrend bei den Milcherzeugerpreisen zeigte sich bundesweit, jedoch mit regionalen Unterschieden in seiner Intensität. Im Süden und Westen Deutschlands fiel der Rückgang im Januar besonders stark aus. Zuvor hatten vor allem die Milcherzeuger in Norddeutschland erhebliche Preisabschläge hinnehmen müssen.

In Schleswig-Holstein wurden die Auszahlungsleistungen aufgrund schwacher Spotmärkte nochmals deutlich gesenkt. Hier reduzierte sich das Landesmittel auf geschätzte 34,6 Cent pro Kilogramm. In Bayern und Baden-Württemberg konnten langfristige Verträge zunächst stabilisierend wirken, doch auch hier gab es im Januar deutliche Korrekturen.

Leichte Erholung bei der Nachfrage

Trotz der niedrigen Preise im Milchmarkt hat dies die Nachfrage nach Molkereiprodukten belebt. Besonders Magermilchpulver aus Deutschland und der EU war wieder wettbewerbsfähiger, was auf gesteigertes Interesse von Importländern in Asien und im Nahen Osten stieß. Auch Käse und Butter wurden stärker nachgefragt.

Trotz einer leichten Erholung bleibt das Umfeld herausfordernd: Das Angebot ist sowohl national als auch international weiterhin hoch. Die großen Milchproduzenten wie die USA, Neuseeland und Argentinien erhöhen weiter ihre Produktion, während auch Deutschland und Frankreich mehr Milch als im Vorjahr produzieren.

Zukunftsperspektiven für die Milchwirtschaft

Molkereien stehen durch hohe Anlieferungsmengen vor logistischen und vermarktungstechnischen Herausforderungen. Ein Bestandsaufbau bei haltbaren Produkten wie Butter ist wahrscheinlich, was die Erholung fragil macht und das Risiko erneuten Preisdrucks birgt. Die Erzeugerpreise stehen unter Druck, was zu Erlöseinbußen führt und den Strukturwandel in der Branche weiter vorantreiben könnte. Dennoch wird erwartet, dass sich der Rückgang der Erzeugerpreise in den kommenden Monaten verlangsamt.

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