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Afrikanische Schweinepest bedroht Hälfte des ukrainischen Schweinebestands

Angesichts der anhaltenden und intensiven Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sowie niedriger Erzeugerpreise steht der ukrainische Schweinesektor vor erheblichen Herausforderungen. Experten prognostizieren, dass die Ukraine im Jahr 2023 möglicherweise bis zur Hälfte ihres Schweinebestands verlieren könnte.

Schweinebestand gefährdet durch ASP-Ausbreitung

Nikolay Babenko, Geschäftsführer des ukrainischen Fleischindustrieverbandes, weist darauf hin, dass der Schweinebestand sich nach einer Erholung im vergangenen Jahr von 4 auf 5 Millionen Tiere erhöht hatte. Doch die jüngsten ASP-Ausbrüche in mehreren Regionen lassen die Sorgen unter den Schweinehaltern erneut wachsen. Diese Entwicklungen erinnern an das schwere Seuchenjahr 2024, in dem binnen kurzer Zeit etwa ein Drittel des Gesamtbestandes verloren ging.

Preisdruck belastet die Produktion

Zusätzlich zu den gesundheitlichen Risiken durch die ASP belasten ruinöse Erzeugerpreise den Markt. Wie das Fachmagazin Pig Progress berichtet, ist der durchschnittliche Erzeugerpreis für Schweinefleisch auf umgerechnet 1,17 €/kg gesunken, was auf ein stark gestiegenes Angebot zurückzuführen ist. Langanhaltende Stromausfälle erschweren zudem die Produktion und zwingen viele Landwirte dazu, ihre Tiere vorzeitig zur Schlachtung zu geben.

Drohender Verlust von Produktionskapazitäten

Babenko warnt davor, dass im Gegensatz zu früheren Jahren die verlorenen Produktionskapazitäten nicht wiederhergestellt werden könnten. Die Kosten für die Reaktivierung eines stillgelegten Sauenplatzes liegen zwischen 975 und 1.170 €. Diese finanziellen Mittel könnten während des Krieges sinnvoller genutzt werden als für den ständigen Wiederaufbau von Betrieben.

  • Die Afrikanische Schweinepest (ASP) führt zu Unsicherheiten in der Ukraine.
  • Niedrige Erzeugerpreise setzen den Schweinemarkt weiter unter Druck.
  • Reaktivierungskosten von Stallplätzen belasten Landwirte zusätzlich.

Die Kombination aus gesundheitlichen Bedrohungen durch ASP und ökonomischen Schwierigkeiten stellt eine ernsthafte Gefahr für die Zukunft der ukrainischen Schweineproduktion dar. Die Verantwortlichen müssen schnell handeln, um langfristige Schäden zu vermeiden und den Sektor zu stabilisieren.