Die Nachfrage nach Milchprodukten hat in Deutschland im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit den gesunkenen Preisen für Milcherzeugnisse, die der Lebensmittelhandel eingeführt hat. Laut aktuellen Erhebungen der AMI griffen Verbraucher häufiger zu Milchprodukten als noch im Jahr zuvor, was eine Wiederbelebung des Marktes signalisiert.
Butterpreise als entscheidender Faktor
Ein besonders interessantes Phänomen ist der Anstieg des Butterkonsums. Im letzten Quartal von 2025 fiel der Preis für ein 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter auf nur noch 0,99 €, was eine Preissenkung von 1,40 € im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese deutlich niedrigeren Preise führten dazu, dass Verbraucher vermehrt Butter und Butterzubereitungen kauften, während der Absatz von Margarine und Streichmischfetten um 3 % bzw. 3,5 % zurückging.
Milchprodukte der „weißen Linie“ im Aufwind
Nicht nur Butter profitierte von den Preisrückgängen: Auch andere Milcherzeugnisse wurden günstiger angeboten, was sich ebenfalls positiv auf die Verkaufszahlen auswirkte. Der Absatz von Konsummilch stieg um 1 %, wobei insbesondere Milch mit einem höheren Fettgehalt über 3,5 % sowie Bio-Milch beliebt waren. Der Verkauf von Bio-Milch nahm sogar um 6,7 % zu, während konventionelle Milch nahezu stagnierte.
Auch bei anderen Produkten der sogenannten „weißen Linie“ wie Joghurt und Quark stieg die Nachfrage. So wurden Milchgetränke um 3,3 %, fester Joghurt um 3,1 % und Quark um 3,5 % mehr verkauft als im Vorjahr. Kefir gewann unter den Milchgetränken an Beliebtheit und bei Joghurt verzeichneten Naturjoghurt und Zaziki deutliche Zuwächse, während Fruchtjoghurt weniger gefragt war.
Käse bleibt beliebt
Der Käsemarkt zeigte ebenfalls eine positive Entwicklung. Die Nachfrage nach Käseprodukten übertraf das Vorjahresniveau um 1,7 %, insbesondere in den Monaten April, Mai, Oktober und Dezember. Halbfester Schnittkäse war besonders gefragt; hier stieg der Absatz um bemerkenswerte 10,3 %. Auch Frischkäse erfreute sich größerer Beliebtheit mit einem Plus von 4,5 %, während Hartkäse und Kochkäse einen leichten Rückgang verzeichneten.
Trotz dieser positiven Entwicklungen sorgen die Preissenkungen für Unmut unter den Milcherzeugern. Sie kritisieren die tieferen Verbraucherpreise als unzureichend zur Deckung ihrer Produktionskosten und sehen darin eine Bedrohung für ihre wirtschaftliche Existenz.
