Die Nordzucker AG plant, die Zuckerproduktion im slowakischen Werk Trenčianská Teplá nach der Kampagne 2025/26 einzustellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund von wirtschaftlichen Herausforderungen und Dekarbonisierungsanforderungen.
Ursachen für die Schließung
Laut dem Braunschweiger Zuckerkonzern führen rückläufige Erträge und steigende Kosten zu dieser Entscheidung. Klimatische Probleme, Schädlingsbefall und Krankheiten bei den Pflanzen haben die Lage verschlechtert. Zudem sind die Rübenmengen gesunken, und die Qualität der Rüben hat abgenommen. Diese Faktoren haben zusammen mit einer Produktionskapazität von etwa 100.000 Tonnen Zucker die Rentabilität des Standorts beeinträchtigt.
Mitarbeiterabbau unvermeidlich
Die Einstellung der Zuckerproduktion wird voraussichtlich zur Entlassung von etwa der Hälfte der Belegschaft am Standort führen. Nordzucker hebt hervor, dass es kaum Möglichkeiten gibt, die Effizienz weiter zu steigern und dass die Anforderungen zur Reduzierung von CO₂-Emissionen zusätzlichen Druck erzeugen.
„Fields for Growth“-Strategie
Lars Gorissen, CEO der Nordzucker AG, betont, dass diese Entscheidung im Rahmen der langfristigen Strategie „Fields for Growth“ getroffen wurde. Diese Strategie zielt darauf ab, Überkapazitäten zu reduzieren und auf geringe Margen im Zuckermarkt zu reagieren. Die Transformation des Werkes in ein Vertriebs- und Logistikzentrum soll die Versorgung des südosteuropäischen Marktes sicherstellen.
Bereits in der Vergangenheit hat das Unternehmen seine Produktion in Schweden zentralisiert und Flüssigzuckerherstellung in Deutschland zusammengelegt. Alexander Godow, COO von Nordzucker, erklärt, dass dies Teil der Bemühungen sei, die europäische Produktions- und Logistikstruktur zukunftsfähig zu gestalten.
Wirtschaftliche Leistung
Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte Nordzucker einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigt etwa 4.100 Mitarbeiter an insgesamt 19 Standorten in Europa und Australien.
