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Rekorderträge in Soester Börde stürzen Zuckermarkt ins Chaos

Die jüngsten Rekorderträge der Zuckerrüben in der Soester Börde während der Kampagne 2025/26 bringen den Zuckermarkt in Bedrängnis. Trotz einer bemerkenswerten Ernte, die einen bereinigten Zuckerertrag (BZE) von 14,8 Tonnen pro Hektar erreichte, sind die Preise aufgrund eines Überangebots stark gesunken. Die Landwirte sehen sich nun mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Anbauflächen zu reduzieren, um den Markt zu stabilisieren.

Herausforderungen für Landwirte

Obwohl die Landwirte in der Region traditionell hohe Erträge erzielen, führt das aktuelle Überangebot zu einem Preisdruck auf dem Markt. Georg Koch, Vorsitzender des Verbandes der Zuckerrübenanbauer Kassel e.V., erläuterte auf einer Mitgliederversammlung, dass mehrere Faktoren zur Rekordernte beigetragen haben: fundiertes Wissen der Anbauer, leistungsstarke Sorten und klimatische Bedingungen, die den Erträgen zugutekommen. Dennoch profitieren die Anbauer nur dann von diesen Erfolgen, wenn auch die Zuckerpreise stabil sind.

Globale Marktentwicklung

Der Anbau von Zuckerrüben und Zuckerrohr wurde weltweit ausgeweitet, was zu einem signifikanten Überangebot und einem Rückgang der Zuckerpreise führte. Diese Entwicklung stellt sowohl für Landwirte als auch für Verarbeiter eine wirtschaftliche Belastung dar. Dr. Georg Vierling von Südzucker AG prognostiziert für das Geschäftsjahr 2025/26 ein negatives operatives Ergebnis zwischen 150 und 250 Millionen Euro.

Maßnahmen zur Marktstabilisierung

Um dem Preisverfall entgegenzuwirken, hat Südzucker ein Programm zur freiwilligen Reduzierung der Anbaufläche eingeführt. Landwirte erhalten eine Prämie von 10 Euro pro nicht gelieferter Tonne Rüben im Jahr 2026, unter bestimmten Bedingungen wie dem obligatorischen Anbau im Jahr 2027. Allerdings berichten einige Verbandsmitglieder wie Koch von einer mäßigen Resonanz auf das Angebot.

Kritik an späten Entscheidungen

Kritik kommt von den Anbauern hinsichtlich des Zeitpunkts dieser Maßnahmen. Eine frühere Bekanntgabe hätte ihnen ermöglicht, alternative Kulturen wie Raps anzubauen, was derzeit keine rentable Option darstellt. Laut Dr. Vierling konnte Südzucker erst spät genaue Produktionsprognosen erstellen und hatte die hohen Zuckergehalte in den Rüben nicht erwartet.

Erfolgreiche Verarbeitungskampagne

Trotz dieser Herausforderungen verlief die Kampagne in der Zuckerfabrik Wabern reibungslos. Mit rund 870.000 Tonnen verarbeiteten Rüben und einem Durchschnittsertrag von 89,5 Tonnen pro Hektar zeigt sich das Potenzial der Region deutlich. Dennoch muss in Zukunft mehr Augenmerk auf die Sauberkeit der Ernte gelegt werden, da Unkräuter wie Stechapfel und Melde die Verarbeitung erschweren können.

Abschließend betonen sowohl Südzucker als auch der Anbauerverband, dass die eingeführten Maßnahmen keine Ausstiegsprämien darstellen sollen. Vielmehr gehe es darum, die Produktion und Marktanteile langfristig zu sichern.

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