Australien steht vor einer bemerkenswerten Weizenernte im Wirtschaftsjahr 2025/26, die voraussichtlich die zweitgrößte in der Geschichte des Landes sein wird. Obwohl das Rekordergebnis von 2022/23 nicht erreicht wird, erwartet das US-Landwirtschaftsministerium eine Produktion von 37,0 Millionen Tonnen. Diese Menge übertrifft die vorherige Schätzung von 36,0 Millionen Tonnen und liegt 34 % über dem Zehnjahresdurchschnitt.
Wetterbedingungen beeinflussen Erträge
Trotz der positiven Prognosen waren die Wetterbedingungen in den verschiedenen Anbaugebieten alles andere als ideal. In Westaustralien, das für etwa 40 % der nationalen Produktion verantwortlich ist, traten bis Juli 2024 außergewöhnlich geringe Niederschläge auf. Doch anschließend führten überdurchschnittliche Regenfälle und milde Temperaturen zu einer verbesserten Kornfüllung, was eine Rekordwinterernte erwarten lässt.
Ähnliche Herausforderungen gab es in Südaustralien, Victoria und New South Wales. Ein verspäteter Saisonbeginn mit wenig Regen im September und Oktober beeinträchtigte das Ertragspotenzial erheblich. Dennoch verbesserten sich die Bedingungen im späten Frühjahr, sodass auch hier eine positive Entwicklung bei den Erträgen verzeichnet wurde.
Globale Exportposition gestärkt
Im Wirtschaftsjahr 2024/25 hat Australien seine Position als einer der weltweit führenden Weizenexporteure gefestigt. Mit rund 21,7 Millionen Tonnen entsprach dies etwa 10 % des globalen Exports und sicherte Australien den vierten Platz unter den größten Weizenexporteuren. Die Hauptabnehmerländer waren Indonesien mit einem Marktanteil von 16 %, gefolgt von China mit 15 % sowie den Philippinen mit 12 %. Zusammen mit dem Jemen und Südkorea machen diese Länder etwa 57 % der australischen Exporte aus.
Zukunftsausblick und Herausforderungen
Die gesteigerte Produktion ist vor allem auf die höheren Erträge zurückzuführen. Trotz des verzögerten Saisonstarts werden die Durchschnittserträge in wichtigen Anbaugebieten voraussichtlich die zweithöchsten seit Beginn der Aufzeichnungen sein. Dennoch bleibt die Volatilität der klimatischen Bedingungen eine Herausforderung für die australische Landwirtschaft.
Insgesamt zeigt sich Australiens Agrarsektor robust gegenüber widrigen Wetterbedingungen und kann durch strategische Anpassungen im Anbau weiterhin hohe Erträge erzielen. Die anhaltende Nachfrage aus Asien könnte zudem die Wettbewerbsfähigkeit Australiens auf dem globalen Weizenmarkt stärken.
