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Rezession gefährdet Jobs im ländlichen Raum: 125.000 Stellen abgebaut

Die jüngsten Untersuchungen des Thünen-Instituts werfen ein düsteres Licht auf die wirtschaftliche Lage im ländlichen Deutschland. Die Rezession, die das Land weiterhin fest im Griff hat, trifft insbesondere das verarbeitende Gewerbe in diesen Regionen hart. Der Rückgang der Arbeitsplätze und der Wertschöpfung ist alarmierend, vor allem angesichts der neuen Zahlen, die einen deutlichen Stellenabbau belegen.

Starke Verluste im ländlichen Raum

Zwischen März 2022 und März 2025 verringerte sich die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe deutschlandweit um nahezu 156.000 Personen. Bemerkenswerterweise entfielen davon rund 125.000 Stellen auf ländliche Gebiete. Dies entspricht einem Anteil von 80 %, was verdeutlicht, wie stark diese Regionen betroffen sind. Während die Arbeitslosigkeit fast überall zunimmt, bleibt die Gründungsrate neuer Unternehmen auf einem niedrigen Niveau.

Gründe für den Einbruch

Laut den Wissenschaftlern aus Braunschweig gibt es zwei Hauptursachen für die gravierenden Auswirkungen in ländlichen Gebieten: Erstens sind mehr als ein Viertel der dortigen Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe tätig, während in städtischen Ballungsräumen dieser Anteil unter 14 % liegt. Zweitens ist der Rückgang der Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe in ländlichen Räumen stärker ausgeprägt als in Städten.

In den Branchen Metall-, Elektro- und Stahlindustrie sowie bei anderen Vorleistungsgütern wurden zwischen März 2024 und März 2025 jeweils über 2,6 % der Arbeitsplätze abgebaut. In städtischen Gebieten lag dieser Prozentsatz lediglich bei etwa 2 %. Die Experten des Thünen-Instituts warnen davor, dass viele ländliche Regionen ohne eine wirtschaftliche Erneuerung des verarbeitenden Gewerbes ihre wirtschaftliche Substanz verlieren könnten.

Demografische Herausforderungen und Arbeitsmarkt

Trotz des schwächeren Wachstums bei den Beschäftigtenzahlen ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit in ländlichen Regionen weniger stark als in den Städten. Diese Entwicklung führt das Thünen-Institut auf unterschiedliche demografische Trends zurück. In ländlichen Gebieten haben überdurchschnittlich viele Beschäftigte das Rentenalter erreicht, und ihr tatsächliches Erwerbsaustrittsalter liegt unter dem Durchschnitt der Städte.

Dieser Umstand reduziert das Angebot an Arbeitskräften und kann dazu beitragen, den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu bremsen. Der allgemeine Anstieg der Arbeitslosenzahlen bundesweit hängt zudem damit zusammen, dass Unternehmen zurzeit nur wenige neue Mitarbeiter suchen.

Agrarsektor ebenfalls betroffen

Auch die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei stehen unter Druck. Lediglich 1,2 % aller Beschäftigten in ländlichen Räumen arbeiten in diesen Sektoren. Zwischen März 2022 und März 2025 sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agrarsektor um knapp 5.000 Personen, was einem prozentualen Rückgang von etwa 2 % entspricht.

Die Ergebnisse des Thünen-Instituts verdeutlichen die Notwendigkeit gezielter wirtschaftspolitischer Maßnahmen, um Investitionen und Innovationen in den betroffenen Regionen zu fördern. Nur so kann dem drohenden Verlust wirtschaftlicher Substanz entgegengewirkt werden.

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