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ISN kritisiert unzureichende 18 Mio. € für Schweinehaltung in Niedersachsen

In Niedersachsen stehen Schweinehaltern ab 2027 neue Fördermöglichkeiten im Rahmen des Agrarinvestitionsförderprogramms (AFP) zur Verfügung. Das angekündigte Budget von 18 Millionen Euro für den Umbau von Deckzentren und Abferkelställen sorgt jedoch für Kritik. Der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) zufolge, reicht die Fördersumme nicht aus, um den tatsächlichen Investitionsbedarf zu decken.

ISN sieht große finanzielle Lücke

Die ISN begrüßt die Initiative grundsätzlich, bemängelt jedoch die Diskrepanz zwischen dem bereitgestellten Fördervolumen und den erforderlichen Investitionen. Sie weist darauf hin, dass allein die niedersächsischen Sauenhalter rund 1 Milliarde Euro investieren müssen, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Diese Lücke bezeichnet die ISN als gravierend.

Zudem seien zusätzliche Investitionen nötig, um auch die Schweinemast an neue Standards anzupassen. Unter den aktuellen Bedingungen bleibt das AFP für viele Betriebe unerreichbar, vor allem wenn Zugangshürden wie Prosperitäts- und Großvieheinheiten-Grenzen bestehen bleiben.

Gemeinsame Anstrengungen gefordert

Laut ISN bedarf es einer gemeinsamen Finanzierungsstrategie von Bund und Ländern, um den Umbau der Schweinehaltung erfolgreich zu gestalten. Eine Möglichkeit zur Kostensenkung könnte ein Bestandsschutz für bestehende Abferkelställe bieten, so die Einschätzung der Interessengemeinschaft.

Niedersachsen reagiert auf Bundesprogramm-Aus

Die Ankündigung der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte erfolgte als Reaktion auf das Auslaufen des Bundesprogramms zum Umbau der Tierhaltung (BUT) im August 2026. Die Landesregierung plant, ab 2027 Investitionen in Schweineställe erneut über das AFP zu fördern. Konkrete Anforderungen an die Förderung sollen demnächst bekannt gegeben werden.

Staudte hatte sich zuvor deutlich gegen die Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministers Alois Rainer ausgesprochen, das Bundesprogramm auslaufen zu lassen. Sie kritisierte unter anderem die fehlende Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe durch diese Entscheidung.