Der globale Handel steht unter Druck, da die geopolitischen Spannungen zunehmen. In dieser Zeit bietet der Freihandel eine Chance für mehr Sicherheit und Vertrauen zwischen den Nationen. Er kann ein Mittel sein, um politische Drohungen zu reduzieren, indem er auf gemeinsamen Regeln basiert. Diese Handelsabkommen ermöglichen Beziehungen auf Augenhöhe statt Abhängigkeiten. Dennoch sind Freihandelsabkommen auch immer wieder Ziel von Kritikern, die auf ungleiche Verteilung der Vorteile und potenzielle Risiken für Arbeits- und Umweltstandards hinweisen.
Freihandel und seine Herausforderungen
Die Bedenken gegenüber Freihandelsabkommen sind vielfältig. Oft wird kritisiert, dass viele Verhandlungen hinter verschlossenen Türen stattfinden und vor allem großen Konzernen zugutekommen. Verbraucherschützer befürchten, dass wichtige Standards unter Druck geraten könnten. Diese Befürchtungen werden manchmal auch aus politischen Motiven oder durch unzureichende Informationen verstärkt.
Zu den prominenten Beispielen für umstrittene Abkommen zählt das mit den Mercosur-Staaten, das insbesondere Landwirte in Aufruhr versetzte. Weniger im Fokus stehen Verträge wie das Abkommen mit Neuseeland, das 2024 in Kraft trat, oder jenes mit Südkorea aus dem Jahr 2011. Seit 2019 gibt es auch ein Abkommen mit Japan, das einen Großteil der Zölle abgeschafft hat.
Chancen und Risiken für die Landwirtschaft
Für Landwirte bieten Freihandelsabkommen sowohl Chancen als auch Risiken. Auf der positiven Seite stehen besserer Marktzugang, reduzierte Zölle und stabilere Absatzmärkte für europäische Agrarprodukte. Solche Abkommen können die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland erhöhen und Bürokratiekosten senken. Besonders profitieren jene Sektoren, die Produkte mit geografischen Herkunftsangaben exportieren können.
Allerdings erhöht sich durch zusätzliche Importe der Wettbewerbsdruck auf heimische Produzenten, was zu sinkenden Erzeugerpreisen führen kann. Unterschiede bei Umwelt- und Tierwohlstandards verstärken den Eindruck eines unfairen Wettbewerbs. Betriebe in der Rinder- und Geflügelhaltung sowie Zuckerrübenanbauer stehen oft im direkten Wettbewerb mit großen internationalen Produzenten, die kostengünstiger arbeiten können.
Ein Balanceakt der Politik
Letztendlich bleibt der Freihandel ein politischer Balanceakt zwischen Wohlstandsförderung und dem Schutz benachteiligter Gruppen. Die Ausgestaltung solcher Abkommen ist entscheidend: Sie sollten von klaren sozialen und ökologischen Regeln begleitet werden, um mehr als nur Marktöffnungen zu bieten – nämlich eine faire und nachhaltige Globalisierung.
