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EU-Indien-Deal: Neue Märkte für Spezialitäten, Autozölle sinken drastisch

Die Europäische Union und Indien haben nach zwei Jahrzehnten intensiver Verhandlungen ein umfassendes Freihandelsabkommen finalisiert. Dieses Abkommen, welches als das bisher umfangreichste seiner Art zwischen beiden Parteien gilt, könnte weitreichende wirtschaftliche Veränderungen mit sich bringen.

Größte Volkswirtschaften kooperieren

Mit einer Bevölkerung von nahezu zwei Milliarden Menschen sind die EU und Indien die zweit- bzw. viertgrößten Volkswirtschaften weltweit. Das neue Abkommen zwischen diesen Giganten verspricht, den Handel erheblich zu stimulieren und neue Märkte zu erschließen.

Sensible Agrarprodukte bleiben geschützt

Anders als beim Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, spielt die Landwirtschaft im EU-Indien-Abkommen eine untergeordnete Rolle. Bestimmte „sensible Agrarprodukte“ wie Rind- und Hühnerfleisch, Reis sowie Zucker wurden von der Liberalisierung ausgeschlossen; bestehende Zölle auf Produkte wie Milchpulver, Honig und Bananen bleiben erhalten.

Laut der EU-Kommission müssen alle indischen Importe weiterhin die strengen Gesundheits- und Lebensmittelsicherheitsvorschriften der EU erfüllen, was zusätzliche Hürden für den ungehinderten Handel in diesem Bereich darstellt.

Möglichkeiten für Spezialitäten

Trotz der Einschränkungen im Agrarsektor eröffnet das Abkommen neue Chancen für europäische Landwirte, insbesondere bei Spezialitäten und hochwertigen Lebensmitteln. Produkte wie Wein, Olivenöl sowie verarbeitete Erzeugnisse könnten dank sinkender indischer Importzölle auf neuen Märkten Fuß fassen.

Vorteile für die Industrie

Besonders die verarbeitende Industrie dürfte vom neuen Freihandel profitieren. Indien gewährt der EU einzigartige Zollsenkungen; so sollen Autotarife schrittweise von 110 % auf 10 % reduziert werden. Auch Zölle auf Maschinen, Chemikalien und Arzneimittel werden größtenteils abgeschafft.

Diese Maßnahmen dürften den europäischen Exporteuren erhebliche Wettbewerbsvorteile verschaffen und dazu beitragen, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Regionen weiter zu intensivieren.

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