Die Spannungen zwischen den USA und der EU nehmen zu, da der Streit um Grönland sich zu einem potenziellen Handelskrieg entwickelt. Präsident Donald Trump hat die Absicht bekundet, die dänische Insel zu kaufen, und droht nun mit erheblichen Zöllen auf europäische Waren. Diese könnten ab dem 1. Februar 2026 in Kraft treten und zunächst 10 % betragen, um dann bis Juni auf 25 % erhöht zu werden. Inklusive bestehender Zölle könnte die Gesamtbelastung für EU-Exporte in die USA auf bis zu 40 % steigen.
Reaktion der EU: Geplante Gegenzölle
Als Antwort auf die Drohungen plant die EU, Zölle auf US-Produkte im Umfang von 93 Milliarden Euro zu erheben. Diese könnten bereits am 6. Februar wirksam werden und umfassen unter anderem Sojabohnen und Geflügel. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) sieht wenig Auswirkungen auf den Geflügelhandel, da US-Hähnchenfleisch aufgrund von Chlorbehandlungen kaum Einlass in die EU findet.
Soja als kritischer Faktor
Anders gestaltet sich die Situation bei Sojabohnen: Die USA sind der größte Lieferant der EU mit einem Anteil von 46 %. Allein in den ersten sechs Monaten der aktuellen Saison wurden 2,74 Millionen Tonnen geliefert. Etwaige Gegenzölle könnten die Futtermittelpreise erhöhen. Dennoch besteht für die EU die Möglichkeit, ihre Importe aus Südamerika zu verstärken. Brasilien trägt bereits ein Drittel zum EU-Sojaimport bei und könnte seine Lieferungen weiter ausbauen.
Europäische Agrarexporte unter Druck
Die europäischen Exporteure könnten jedoch stärker betroffen sein. Im Jahr 2024 belief sich der Wert der Agrarprodukte, die in die USA exportiert wurden, auf etwa 33 Milliarden Euro. Besonders betroffen sind Wein, Branntwein wie Whisky sowie pflanzliche Öle wie Olivenöl. Die USA sind Hauptabnehmer dieser Produkte; rund 30 % des Weins und Branntweins sowie etwa ein Viertel der pflanzlichen Öle aus Europa gehen dorthin. Bei Zöllen bis zu 40 % könnten diese Exporte signifikant leiden.
Politische Beratungen in Brüssel
Die EU-Vertreter führen derzeit intensive Gespräche in Brüssel, um eine Strategie zur Bewältigung dieser Handelsstreitigkeiten zu entwickeln. Ein Sondergipfel ist geplant, um mögliche Lösungsansätze zu erörtern und die Auswirkungen auf den europäischen Agrarsektor abzumildern.
