Anzeige
 

Vogelgrippe 2025: Keine Marktverknappung trotz Produktionslücken

Die jüngste Vogelgrippewelle Ende 2025 hat die deutschen Ballungsgebiete der Geflügelhaltung stark getroffen. Trotz der dramatischen Auswirkungen auf einzelne Betriebe scheint der Markt jedoch stabil zu bleiben. Eine Analyse der aktuellen Situation zeigt, dass obwohl es zu Produktionsausfällen gekommen ist, diese durch die bestehenden Marktmechanismen kompensiert werden können. Laut Dr. Josef Efken vom Thünen-Institut bewegen sich die Rückgänge im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Marktstabilität trotz Herausforderungen

Der deutsche Binnenmarkt für Eier und Hühnerfleisch erweist sich als robust, auch wenn die Vogelgrippe lokal große Herausforderungen mit sich bringt. Dr. Efken betont, dass es keine allgemeine Verknappung von Produkten gibt und dies auch auf EU-Ebene nicht zu beobachten ist. Diese Stabilität ist entscheidend für das Saisongeschäft, welches durch die Vogelgrippe besonders belastet wird.

Versicherungsbeiträge und Preisentwicklungen

Dr. Petra Thobe sieht eine mögliche Konsequenz in steigenden Versicherungsbeiträgen für Geflügelproduzenten, da sich die Risikolage verschärft hat. Bisher haben sich diese Kosten allerdings noch nicht auf die Preise von Geflügelfleisch und Eiern ausgewirkt. Dr. Efken weist darauf hin, dass Preisänderungen selten einem einzigen Faktor zuzuschreiben sind; externe Einflüsse wie Futterpreise oder geopolitische Ereignisse spielen ebenfalls eine Rolle.

Geografische Verschiebungen in der Produktion

Ein weiteres Thema ist die Möglichkeit einer geografischen Verlagerung der Geflügelproduktion weg von risikobehafteten Gebieten in Deutschland. Aktuell sind vor allem norddeutsche Standorte betroffen, die aufgrund ihrer Nähe zu Wildvogelrouten als ungünstig gelten, so Dr. Thobe.

Psyche des Verbrauchers und Produktionsdiversität

Die Nachverfolgbarkeit von Geflügelfleisch aus Sperrzonen stellt den Markt vor ein psychologisches Problem: Verbraucher könnten misstrauisch gegenüber Produkten aus betroffenen Gebieten werden. Dr. Efken erinnert an einen Fall aus 2022 während der Schweinepest, bei dem Fleisch aus einem betroffenen Gebiet nur als Dosenfleisch vermarktet werden konnte, um Imageprobleme zu vermeiden.

Zukunft des Saisongeschäfts gefährdet?

Laut Dr. Efken könnte das regelmäßige Auftreten der Vogelgrippe langfristig das saisonale Geschäft mit Gänsen und Enten gefährden. Die wirtschaftlichen Risiken sind hoch und es bleibt abzuwarten, wie gut sich dieses Segment in Zukunft behaupten kann.