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Mercosur-Abkommen bedroht Zukunft der europäischen Geflügelhalter

Das geplante EU-Mercosur-Handelsabkommen sorgt bei europäischen Landwirten für Besorgnis, insbesondere in der Geflügelbranche. Bauern befürchten, dass der Markt mit Geflügelfleisch überschwemmt wird, das unter Bedingungen produziert wird, die weit von den europäischen Standards entfernt sind. Diese Entwicklung könnte die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Erzeuger erheblich beeinträchtigen.

Herausforderungen für die europäische Geflügelwirtschaft

Der ZDG (Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft) äußerte scharfe Kritik an dem Abkommen. Laut dem Präsidenten Hans-Peter Goldnick gefährdet es nicht nur die Zukunft der deutschen und europäischen Geflügelhaltung, sondern steht auch im Widerspruch zu einer fairen und nachhaltigen Agrarpolitik. Bereits jetzt stammen etwa ein Drittel der Geflügelfleischimporte in die EU aus den Mercosur-Staaten, mit einer steigenden Tendenz.

Besonders problematisch ist die geplante Importquote von 180.000 Tonnen Geflügelfleisch aus diesen Ländern. Diese Menge würde die bestehenden Wettbewerbsverzerrungen weiter verstärken und den Druck auf europäische Produzenten erhöhen, ihre Produktionskosten zu senken oder ihre Standards anzupassen.

Lebensmittel- und Tiergesundheitsbedenken

Neben wirtschaftlichen Bedenken gibt es auch erhebliche Probleme im Bereich Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit in den Exportländern. EU-Audits haben in Brasilien wiederholt Mängel in der Kontrolle von Tierseuchen sowie in der Lebensmittelsicherheit und Hygiene festgestellt. Diese Faktoren tragen zusätzlich zur Skepsis gegenüber dem Abkommen bei.

Präsident Goldnick appelliert an die Bundesregierung und das Europäische Parlament, das Abkommen abzulehnen oder zumindest zu überarbeiten, um sicherzustellen, dass es europäische Standards schützt und eine nachhaltige Landwirtschaft fördert.

Forderung nach fairen Handelsbedingungen

Laut Goldnick ist ein fairer Wettbewerb nur mit wirksamen Schutzmaßnahmen in Handelsabkommen möglich. Diese sind entscheidend, um die heimische Produktion zu sichern und die nationale Ernährungssouveränität zu gewährleisten. Zudem liegt ein hoher Verbraucherschutz im Interesse aller Beteiligten.

Die Diskussion um das Mercosur-Abkommen verdeutlicht einmal mehr die Herausforderungen, vor denen europäische Landwirte stehen: Sie müssen nicht nur wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben, sondern auch hohe Standards in Bereichen wie Tierschutz und Lebensmittelsicherheit einhalten. Ein ausgewogenes Handelsabkommen könnte hier helfen, diese Balance zu wahren.