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Baywa sichert Getreidevermarktung in Sanierungsphase ab

In Süd- und Ostdeutschland gehört die Baywa AG zu den bedeutendsten Akteuren im Getreidehandel. Für die Erntesaison 2025 stellt sich die Frage, wie das Unternehmen seine Rolle in einer wirtschaftlich angespannten Phase weiterhin erfüllen kann.

Nach einem turbulenten Jahr 2024, in dem finanzielle Engpässe das Unternehmen belasteten, befindet sich die Baywa inzwischen in einer geordneten Sanierung. Diese Umstrukturierung betrifft auch den Agrarbereich, der für viele landwirtschaftliche Betriebe eine zentrale Schnittstelle beim Absatz von Körnerfrüchten darstellt.

Trotz der finanziellen Unsicherheit im Vorjahr haben viele landwirtschaftliche Betriebe ihre Ware weiterhin an die Baywa geliefert. Die erfasste Menge lag dabei nach Unternehmensangaben bei 85 bis 90 Prozent im Vergleich zu durchschnittlichen Jahren. Ausschlaggebend für das geringere Volumen war weniger das Vertrauen in den Handelspartner als vielmehr die schwächeren Erträge, insbesondere bei Winterweizen und Wintergerste.

Die fristgerechte Bezahlung der angelieferten Getreidemengen spielte für die Landwirte eine zentrale Rolle. Laut Aussagen aus der Unternehmensleitung wurden alle Zahlungen pünktlich und im Rahmen branchenüblicher Zahlungsziele geleistet. Damit konnte die Baywa ihre wirtschaftlichen Verpflichtungen gegenüber Erzeugern und weiteren Partnern erfüllen.

Für die laufende Sanierungsphase gibt es konkrete Sicherungsmaßnahmen, die den Wareneingang im Erntejahr 2025 absichern sollen. Die Landwirte können nach wie vor davon ausgehen, dass sie für ihre Lieferungen fristgerecht und zuverlässig entlohnt werden. Die finanziellen Strukturen innerhalb des Unternehmens wurden laut Baywa so angepasst, dass alle Abläufe planmäßig erfolgen können.

Im Zuge der Restrukturierung werden zehn Agrarstandorte geschlossen, die bislang nur eine untergeordnete Rolle bei der Erfassung spielten. Die verbleibenden Standorte sollen hingegen gestärkt und ausgebaut werden. Investitionen in Technik und Logistik sollen die Abläufe verbessern und langfristig die Kundennähe sichern.

Größere Änderungen beim Ablauf der Ernteerfassung sind für die diesjährige Saison nicht vorgesehen. Auch die Vermarktungskanäle bleiben für die Betriebe offen, sodass Getreide weiterhin wie gewohnt abgegeben werden kann.

Die Ertragsaussichten für die Ernte 2025 zeigen sich laut aktuellen Einschätzungen leicht verbessert gegenüber dem Vorjahr. In vielen Regionen kam der Regen zur richtigen Zeit, was auf durchschnittliche Ergebnisse hoffen lässt.

Ein Thema, das den Markt weiterhin begleitet, ist der sinkende Rohproteingehalt im Getreide. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit den geltenden Regelungen zur Düngung. Die Folge sind Preisunterschiede zwischen Qualitäts-, Brot- und Futterweizen, die auch bei der Preisbildung eine zunehmende Rolle spielen.

Für die Anlieferung in der Saison 2025 erwartet die Baywa von allen Lieferbetrieben eine Erntegutbescheinigung der Saatgut-Treuhandverwaltung. Eine bloße Erklärung reicht künftig nicht mehr aus, um die Einhaltung der Sorten- und Lizenzbestimmungen zu gewährleisten. Damit reagiert das Unternehmen auf die gestiegenen Anforderungen an die Herkunftssicherung.

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