Die Nachfrage nach Fördermitteln für den Umbau der Tierhaltung in Deutschland zeigt ein differenziertes Bild: Während die Anträge für laufende Mehrkosten hinter den Erwartungen zurückblieben, verzeichnete die Stallbauförderung eine hohe Resonanz. Dies geht aus aktuellen Berichten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hervor.
Niedrige Nachfrage bei laufenden Mehrkosten
Das Bundesprogramm Umbau Tierhaltung (BUT), das ursprünglich die Finanzierung von laufenden Mehrkosten in der Tierhaltung vorsah, wird in seiner jetzigen Form eingestellt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte beschlossen, die Finanzierung früher zu beenden und die Zuständigkeit für Stallbauprojekte an die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) zu übergeben. Laut Dr. Margareta Büning-Fesel, Präsidentin der BLE, wurden im Bereich der laufenden Mehrkosten weniger Anträge eingereicht als erwartet.
Bis zum Ende der Antragsfrist im Jahr 2025 gingen insgesamt 813 Anträge von 470 Betrieben ein, von denen bisher 690 Anträge positiv beschieden wurden. Die BLE hat für das Haltungsjahr 2024 bereits rund 4,6 Millionen Euro an Fördermitteln ausgeschüttet. Diese Förderung endet endgültig am 31. Dezember 2028, wobei bis Ende März 2028 letztmalig Auszahlungsanträge gestellt werden können.
Hohe Beteiligung bei Stallbauförderung
Im Gegensatz dazu ist das Interesse an der investiven Förderung deutlich höher ausgefallen. Für den Bau tier- und umweltgerechter Schweineställe wurden bislang 345 Anträge eingereicht – mehr als ursprünglich prognostiziert. Bisher hat die BLE davon 242 Anträge bearbeitet und Fördermittel im Umfang von gut 147 Millionen Euro bewilligt, wobei bislang 51,4 Millionen Euro ausgezahlt wurden.
Büning-Fesel führte aus, dass viele Projekte eine Laufzeit von bis zu 24 Monaten haben dürfen, was zu einer schrittweisen Auszahlung führt. Dieser Förderbereich wird ab dem 1. September 2026 ebenfalls über die GAK abgewickelt werden. Antragsteller müssen ihre Anträge jedoch bis spätestens Ende August desselben Jahres einreichen. Die letzte Auszahlung durch die BLE muss bis Ende 2028 erfolgen.
Zukunftsperspektiven und Herausforderungen
Die Umstrukturierung des BUT spiegelt Veränderungen in der Agrarpolitik wider, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Tierhaltung und ökologische Bauweisen in der Landwirtschaft. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Anpassungen auf die landwirtschaftliche Praxis auswirken werden und ob sie langfristig zu einer Verbesserung der Agrarstruktur führen können.
Trotz des Rückgangs bei den Anträgen für laufende Kosten zeigt das hohe Interesse an Stallbauten ein Bewusstsein für tier- und umweltgerechte Verbesserungen in landwirtschaftlichen Betrieben. Die Herausforderungen bestehen nun darin, auch weiterhin gezielte Unterstützung bereitzustellen und den Übergang zur GAK reibungslos zu gestalten.
