Der Beginn des Jahres 2026 stellt sich für Rinderhalter in Deutschland als vielversprechend dar. Die Nachfrage nach Schlachtrindern bleibt hoch, während das Angebot weiterhin knapp ist. Diese Dynamik führt zu steigenden Preisen, insbesondere bei Schlachtkühen, wie die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) berichtet.
Preissteigerungen trotz schwieriger Bedingungen
Der Markt für Schlachtrinder ist trotz widriger Wetterbedingungen und erschwerter Transportwege angespannt. Viehhändler beobachten eine stabile bis steigende Preisentwicklung, vor allem bei Schlachtkühen. In der vergangenen Woche stiegen die Auszahlungspreise für Jungbullen und Schlachtkühe um 5 Cent. Der aktuelle Preis für einen R3-Jungbullen aus Fleckvieh und Fleischrassen liegt bei 7,10 EUR/kg SG, während der Preis für eine O3-Schlachtkuh (310 kg) auf 5,85 EUR/kg SG gestiegen ist.
Regionale Engpässe verstärken Preisdruck
Besonders im Südwesten Deutschlands berichten Marktbeobachter von einer ungewöhnlich raschen Vermarktung schlachtreifer Rinder. Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz hebt hervor, dass das Angebot an Jungbullen und Metzgerfärsen äußerst gering ist, was zu weiter anziehenden Notierungen führt. Auch bei den Schlachtkühen lassen sich trotz größerer Mengen Preisanhebungen durchsetzen.
Kälbermarkt bleibt stabil
Auf dem Kälbermarkt zeigt sich eine unveränderte Lage mit rückläufigem Angebot. Zwar versuchen Mäster, bei leichten schwarzbunten Bullenkälbern und Angus-Kreuzungen Druck auszuüben, doch aufgrund der knappen Bestände bleiben die Preise stabil. Für schwere Kälber sind die Preise ebenfalls fest verankert. Aktuell kostet ein schwarzbuntes Bullenkalb (60 kg) etwa 267 Euro pro Tier, was einem Anstieg von 82 Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Entwicklung der Jungbullen- und Färsenpreise
Laut offiziellen Daten der BLE wurden in der vergangenen Woche für Jungbullen der Handelsklasse R3 durchschnittlich 7,23 Euro/kg SG, für O3-Bullen 6,93 Euro/kg SG und für U3-Spitzenbullen 7,29 Euro/kg SG gezahlt. Bei den Färsen zeigen sich ähnliche Tendenzen: R3-Färsen erzielten 6,85 Euro/kg SG, während O3-Färsen im Bundesmittel 5,92 Euro/kg SG einbrachten.
Anhaltende Erholung der Kuhpreise
Kuhpreise haben sich seit ihrem Rückgang im Oktober und November merklich erholt. Aktuell zahlen Schlachter im Bundesmittel für R3-Kühe 6,10 Euro/kg SG, für O3-Kühe 5,95 Euro/kg SG. Verarbeitungsqualitäten der P2-Kühe erreichten zuletzt einen Preis von 5,00 Euro/kg SG.
