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Effektiver Schutz der Weizen- und Gerstenähre vor Pilzinfektionen

Um die Weizenähre vor Spelzenbräune (Septoria nodorum) oder die Gerstenähre vor Ramularia zu schützen, genügt es oft, die Spelzen und Grannen mit einem Fungizid zu benetzen. Soll jedoch eine Fusarieninfektion verhindert werden, ist präzises Timing während der Blühphase entscheidend.

Bedeutung der Blüteninfektionen durch Fusarien

Blüteninfektionen durch Fusarien sind besonders in den südlichen und südöstlichen Regionen Deutschlands relevant, wo der Anteil an Körnermais hoch ist. Hier kann Mulchsaat den Pilzdruck verstärken, sodass sogar Gerste gelegentlich unter Ährenfusarium leidet. Die Pilzsporen befallen die Blüte und dringen in den ersten ein bis zwei Tagen nach der Infektion tief in den wachsenden Fruchtknoten ein, wo sie durch die Spelzen gut geschützt sind. Ab diesem Zeitpunkt ist es nahezu unmöglich, den Infektionsherd selbst mit systemischen Fungiziden zu erreichen.

Der optimale Zeitpunkt für die Blütenspritzung

Die Weizenblüte dauert etwa vier bis fünf Tage. Moderne Sorten blühen trotz höherer Kornzahl je Ähre relativ kompakt und schnell ab. Dabei legen Korndichtetypen sechs bis acht Blüten an, können jedoch bei schlechtem Wetter oder knapper Nährstoffversorgung oft nur drei bis vier Blüten befruchten. Die überzähligen, geschwächten Blüten sind leichte Beute für Fusarien.

Um Fusarien effektiv zu bekämpfen und das Getreide gezielt zu schützen, muss die Blütenspritzung exakt im richtigen Moment erfolgen. Der Blühzeitpunkt wird oft mit heraushängenden Staubbeuteln in Verbindung gebracht – dann ist die Blüte jedoch meist schon vorbei. Insbesondere bei feuchter, kühler Witterung werden die Staubgefäße nach der Befruchtung gar nicht oder erst viele Tage später ausgeworfen.

Bestimmung des idealen Behandlungstermins

Um den idealen Zeitpunkt für die Fungizidbehandlung in der Vollblüte zu bestimmen, ist es notwendig, die Blüte zu öffnen. Dazu klappt man mit dem Fingernagel die äußeren Spelzen eines Ährchens in der Ährenmitte ab. Der Bestand befindet sich in der Vollblüte, wenn die mittleren Ährchen gerade bestäubt sind, die oberen und unteren aber noch nicht. Dies ist der optimale Zeitpunkt für die Fungizidbehandlung.

Bei unbestäubten Blüten ist die Narbe zusammengeklappt und die Staubbeutel sind noch grün. Wenn die Narbe verkümmert ist und die Staubbeutel gelb sowie oben geöffnet sind, hat die Bestäubung gerade stattgefunden.

Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten

Selbst eine gut gesetzte Blütenspritzung kann keine niedrigen Mykotoxingehalte garantieren. Es ist daher essenziell, den Infektionsdruck auch in Gerste und Roggen nachhaltig zu mindern. Eine wichtige Maßnahme dabei ist das zügige Zerkleinern und Einarbeiten befallener Ernterückstände, damit sie schnell verrotten.

Die gezielte Anwendung von Fungiziden und die richtige Bestimmung des Behandlungstermins sind entscheidend, um die Gesundheit der Weizen- und Gerstenähren zu gewährleisten und den Ertrag zu sichern. Die Einhaltung dieser Maßnahmen kann helfen, den Pilzdruck zu reduzieren und die Erntequalität zu verbessern.

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