In der 31. Kalenderwoche mussten Rinderhalter erneut niedrigere Auszahlungspreise hinnehmen. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) lag der Preis für Jungbullen der Handelsklasse R3 bei 7,01 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Im Vergleich zur Vorwoche entspricht das einem Rückgang um 7 Cent. Innerhalb von zwei Wochen fiel der Preis um insgesamt 9 Cent.
Noch vor wenigen Wochen hatte das Rindfleischangebot auf einem Rekordniveau gelegen. Doch die Phase des stetigen Preisanstiegs scheint nun beendet. Bereits zum zweiten Mal in Folge sind die Erzeugerpreise zurückgegangen.
Auf Verbraucherseite wurden die Auswirkungen der Preisbewegungen verzögert wahrgenommen. Inzwischen klagen jedoch viele über teure Rindfleischprodukte – auch im Schnellimbissbereich. Die Preise für Burger und Döner gelten als spürbar gestiegen.
Die aktuelle Marktlage wird vor allem durch einen zurückhaltenden Absatz und Preisdruck seitens der Schlachtunternehmen bestimmt. Wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen berichtet, sind Nachfrage und Abnahmebereitschaft saisonal bedingt verhalten. Hohe Erzeugerpreise hemmen zusätzlich den Fleischabsatz, wodurch Verarbeiter auf niedrigere Einkaufspreise drängen.
Schlachthöfe fordern derzeit Abschläge von bis zu 20 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht. In einzelnen Fällen wurden bereits niedrigere Hauspreise vereinbart. Der offizielle Vereinigungspreis der Erzeugergemeinschaften (VEZG) wurde am 4. August um 10 Cent auf 6,80 Euro pro Kilogramm gesenkt – damit aber nicht im vollen Umfang der Forderungen der Schlachter.
Auch bei anderen Kategorien zeigt sich ein Preisrückgang. Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurden zuletzt mit 6,15 Euro/kg bewertet. Schlachtfärsen der Klasse R3 lagen bei 6,50 Euro/kg. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp. Einige Artikel sind am Großmarkt trotz schleppender Nachfrage nur eingeschränkt verfügbar.
Besonders bei Jungbullen wird laut Landwirtschaftskammer NRW von einem eingeschränkten Angebot gesprochen. Die Nachfrage wird als ruhig beschrieben, wodurch es zu Ausfällen bei Schlachttagen kommt. Bei Kühen ist die Versorgungslage noch angespannter. In Niedersachsen rechnet man mit einer Erholung der Nachfrage frühestens nach den Sommerferien.
Die gestiegenen Fleischpreise der vergangenen Monate zeigen sich inzwischen auch in den Haushalten. Im Juli zahlten Konsumenten im Durchschnitt 20,8 Prozent mehr für Rindfleisch als im Vorjahr. Vor allem Hackfleisch verteuerte sich stark, was sich auf viele Imbissangebote auswirkt.
Bereits im März hatten erste Gastronomen auf gestiegene Kosten hingewiesen. Ein Döner kann mittlerweile nahe an der 10-Euro-Marke liegen. Neben dem Preis für das Fleisch spielen dabei auch höhere Energie- und Personalkosten eine Rolle. In einigen Betrieben wurde Rind- und Kalbfleisch bereits aus dem Angebot gestrichen, da die Kalkulation nicht mehr tragfähig ist.
Ein Preisvergleich des Lieferdienstes Lieferando zeigt, dass die Dönerpreise deutschlandweit gestiegen sind. Im März 2025 wurde in Flensburg der teuerste Döner für 9,77 Euro angeboten, während in Halle der günstigste mit 5,79 Euro gelistet war. Seitdem dürften die Preise weiter angezogen haben.
