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Tierhaltungskennzeichnung ab 2027: Was Landwirte jetzt wissen müssen

Die Einführung einer Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch soll im kommenden Jahr erfolgen, wie aus aktuellen politischen Diskussionen hervorgeht. Obwohl ursprünglich ein früherer Start geplant war, hat der Bundestag nun beschlossen, die Kennzeichnungspflicht auf den 1. Januar 2027 zu verschieben. Diese Entscheidung wurde Mitte Januar gefällt und sieht vor, dass verpacktes Schweinefleisch einen schwarz-weißen Hinweis zur Haltungsform der Tiere tragen wird. Die Verzögerung soll jedoch nicht als Aufschub verstanden werden, betonte der Unionsabgeordnete Christoph Frauenpreiß. Qualität habe Vorrang vor Schnelligkeit.

Praxistauglichkeit und Anpassungen

Ursprünglich wurde das Gesetz bereits 2023 ins Leben gerufen, stieß jedoch sowohl bei Landwirten als auch Tierschützern auf Kritik. Nach dem Regierungswechsel haben Union und SPD die Regelung erneut überarbeitet und argumentiert, dass mehr Zeit für eine umfassende Reform nötig sei. Ziel ist es, das Gesetz praxistauglich zu gestalten, um Unsicherheiten in der Branche zu vermeiden. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer von der CSU betonte die Notwendigkeit einer praktikablen Umsetzung ab dem ersten Tag. Trotz der Änderungen bleibt das Grundkonzept gleich: Es gibt keine neuen Mindestanforderungen an die Tierhaltung, jedoch müssen Landwirte die Haltungsform ihrer Tiere melden und belegen. Kontrollen und Strafen sind vorgesehen.

Schwein zuerst, Gastronomie folgt

Das Kennzeichnungssystem umfasst fünf Stufen, von der Stallhaltung als Mindeststandard bis hin zur Bio-Haltung. Anfangs wird es nur für frisches Schweinefleisch gelten; Wurstprodukte bleiben vorerst unberücksichtigt. Langfristig sollen auch andere Tierarten sowie die Gastronomie und verarbeitete Produkte einbezogen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Erzeuger zu stärken. Der SPD-Abgeordnete Jens Behrens betonte während einer Debatte die Bedeutung von Transparenz und Akzeptanz durch diese Maßnahmen.

Kritik und alternative Labels

Kritik kommt insbesondere von Tierschützern und den Grünen. Zoe Mayer von Bündnis 90/Die Grünen kritisierte die Unvollständigkeit der Kennzeichnung: Schlechtes Haltungsbedingungen könnten durch geschicktes Marketing verschleiert werden. Landwirte, die in bessere Tierhaltung investieren, müssten mit Produkten konkurrieren, die intransparent sind – was sie als unfair empfindet. Neben der staatlichen Kennzeichnung existieren bereits andere Labels wie das der „Initiative Tierwohl“. Diese kündigte auf der Internationalen Grünen Woche für 2026 zwei neue Programme an, die Preisaufschläge für zusätzliche Tierwohlanforderungen beinhalten.

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