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Abschied von einem Pionier der Agrarforschung: Prof. Dr. Folkhard Isermeyer

Am vergangenen Dienstag, den 14. Januar 2025, verstarb Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, der Präsident des Johann Heinrich von Thünen-Instituts, kurz bevor er seinen Ruhestand antreten konnte. Mit 67 Jahren erlag er einer schweren Erkrankung. Seit 2009 leitete er das Forschungsinstitut, das zum Bundeslandwirtschaftsministerium gehört, und hatte seinen Abschied für Ende Januar geplant.

Ein Sprecher des Instituts teilte mit, dass nach Prof. Isermeyer ab dem 1. Februar Prof. Dr. Birgit Kleinschmit die Leitung des Instituts übernehmen wird. Diese Entscheidung wurde bereits im Oktober 2024 vom Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir bekannt gegeben.

Prof. Isermeyer, ein hochgeschätzter Agrarökonom, war eine zentrale Figur in der deutschen Agrarpolitik. Er bekleidete nicht nur die Position des Präsidenten des Thünen-Instituts, sondern engagierte sich auch in verschiedenen wichtigen agrarpolitischen Positionen. So leitete er beispielsweise seit 2015 den Beraterausschuss der Branchen-Initiative Tierwohl und war seit 2019 Mitglied im Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Darüber hinaus gehörte er zum Gründungsvorstand der Deutschen Agrarforschungsallianz DAFA sowie zum Dachverband wissenschaftlicher Gesellschaften der Agrar-, Forst-, Ernährungs-, Veterinär- und Umweltforschung.

Von 2003 bis 2011 führte er außerdem den Vorsitz des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Das Thünen-Institut würdigte Prof. Isermeyer in einer Pressemitteilung als wesentlichen Impulsgeber, der die politischen und agrarwissenschaftlichen Debatten in Deutschland und Europa maßgeblich mitgestaltet hat.

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