Deutschlands Landwirte stehen vor einem herausfordernden Jahr, da die Preise für wichtige Agrarprodukte wie Weizen, Mais und Raps nicht ausreichen, um die Produktionskosten zu decken. Laut dem Deutschen Bauernverband (DBV) könnten Getreidebauern und Schweinehalter im Jahr 2026 erhebliche finanzielle Verluste erleiden.
Schwierige Ertragslage bei Getreide und Schweinen
Für eine Tonne Weizen erzielen die Landwirte derzeit lediglich rund 180 Euro, was laut Bauernpräsident Joachim Rukwied bedeutet, dass jeder Verkauf mit einem Verlust einhergeht. Auch die Entwicklung der Milchpreise wirft Bedenken auf, da der Preiskampf bei Butter spürbar ist. Die Preissituation bei anderen Feldfrüchten wie Mais und Raps ist ebenfalls angespannt.
Die Schweinehaltung steht vor ähnlichen Herausforderungen. Mit einem Erzeugerpreis von 1,60 Euro pro Kilogramm Schweinefleisch ist für viele Betriebe absehbar, dass sie im laufenden Wirtschaftsjahr rote Zahlen schreiben werden. Besonders kritisch wird die Lage im Weinbau eingeschätzt, wo eine Reduzierung der Rebflächen in Erwägung gezogen wird.
Volatile Märkte für Getreide erwartet
Die europäischen Getreidemärkte befinden sich in einer schwierigen Phase. Im November 2025 fielen die Preise für Brotweizen auf durchschnittlich 169 Euro je Tonne – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Der Internationale Getreiderat prognostiziert für 2025/26 eine Rekordernte von 808 Millionen Tonnen Weizen, was den Markt zusätzlich unter Druck setzt.
Extremwetterereignisse, stark schwankende Markt- und Betriebsmittelpreise sowie geopolitische Spannungen in der Schwarzmeerregion sind laut Bauernverband wesentliche Risikofaktoren. Bereits 2025 kam es bei den Betriebsmitteln zu Kostensteigerungen, und auch für 2026 sind weitere Anstiege zu befürchten.
Besserung bei Rindfleischpreisen
Trotz der Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen: Die Rindfleischpreise haben sich verbessert. Diese Entwicklung wird durch eine sinkende Inlandsproduktion und steigende Importe begünstigt.
Dynamischer Milchmarkt mit Preisrückgängen
Der Milchmarkt zeigte im Jahr 2025 außergewöhnliche Dynamik. Während zu Beginn des Jahres von Rohstoffknappheit die Rede war, lag das Milchvolumen zum Jahresende knapp über dem Vorjahr. Die Erzeugerpreise für Milch sind seit August rückläufig; insbesondere der Preissturz bei Butter im Lebensmitteleinzelhandel hat zu erheblichen Verunsicherungen geführt.
Anhaltend hohe Nachfrage nach Geflügelprodukten
Im Gegensatz dazu blieb der Geflügelfleischmarkt stabil. Für 2026 rechnet der DBV mit einer weiterhin stabilen Nachfrage nach Geflügelfleisch, während der Hähnchensektor voraussichtlich weiter wachsen soll. Der Eiermarkt profitierte von einer außergewöhnlich hohen Nachfrage im Jahr 2025 mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 253 Eiern.
Krisenstimmung im Weinbau trotz Spitzenqualität
Trotz einer qualitativ hervorragenden Ernte sieht sich der deutsche Weinbau mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Weine des Jahrgangs 2025 sind aromatisch und elegant, aber die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt: Fassweinpreise liegen deutlich unter den Produktionskosten. Hinzu kommen Zölle auf dem US-Markt, was den Export belastet.
