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Gefährdete Zukunft: Landwirte fordern 500 Mrd. € für die Agrarpolitik

Der Beginn des Jahres 2026 stellt für Landwirte in Deutschland und Europa eine Zeit voller Unsicherheiten dar. Der Fokus richtet sich auf die Europäische Union, wo entscheidende Weichenstellungen über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) diskutiert werden. Angesichts der Herausforderungen durch geopolitische Krisen, steigende Produktionskosten und den Klimawandel ist die Notwendigkeit einer stabilen und gut finanzierten GAP von zentraler Bedeutung.

Geplante Kürzungen sorgen für Unmut

Die EU-Kommission hat im Sommer 2025 ihren Vorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028 bis 2034 vorgelegt. Dieser sieht erhebliche finanzielle Kürzungen vor, was bei Landwirten auf Widerstand stößt. Die vorgesehene Summe von rund 294 Milliarden Euro für die GAP wird als unzureichend erachtet, insbesondere in Zeiten steigender Inflationsraten und wachsender Anforderungen. Der Deutsche Bauernverband fordert daher ein Budget von mindestens 500 Milliarden Euro, um die erste und zweite Säule der GAP angemessen zu finanzieren.

Kritik an Änderungen der Struktur

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die mögliche Auflösung der bewährten Zwei-Säulen-Struktur. Die erste Säule ist entscheidend für die Einkommenssicherung der Betriebe, während die zweite Säule Investitionen, Innovationen und Umweltmaßnahmen unterstützt. Eine Integration der GAP in nationale Partnerschaftsfonds könnte aus Sicht vieler Landwirte zu einem Verlust der europäischen Ausrichtung führen.

Bürokratieabbau als zentrales Anliegen

Für viele landwirtschaftliche Betriebe ist die Reduzierung bürokratischer Hürden ein dringendes Anliegen. Maßnahmen müssen an ihrer wirtschaftlichen Tragfähigkeit gemessen werden, damit freiwillige Umwelt- und Klimaleistungen attraktiv bleiben. Das Konzept des „aktiven Landwirts“ sollte dabei anhand praktischer Bewirtschaftungskriterien definiert werden, um unnötige Komplikationen zu vermeiden.

Dringender Handlungsbedarf bei EU-Entscheidungsträgern

Das Landvolk Niedersachsen sieht das EU-Parlament und den Rat in der Pflicht, notwendige Anpassungen vorzunehmen und einen möglichen Strukturbruch abzuwenden. Die GAP wird als unverzichtbares Rückgrat für Landwirtschaft und ländliche Räume betrachtet. Um Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung zu gewährleisten, benötigt es eine starke und verlässlich finanzierte Agrarpolitik.

Zukunftsfähigkeit sichern: Ein 10-Punkte-Plan

Anfang Dezember wurde ein umfassender 10-Punkte-Katalog des Deutschen Bauernverbandes bei der Agrarministerkonferenz präsentiert. Dieser Plan betont die Dringlichkeit einer starken GAP für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft. Die kommenden Monate sind entscheidend dafür, ob diese Ziele erreicht werden können oder ob Landwirte mit neuen Herausforderungen konfrontiert sind.

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