Der Rücktritt von Klaus Josef Lutz als Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern hat in der Wirtschaftsbranche für Aufsehen gesorgt. Am 16. Januar gab die Organisation bekannt, dass Lutz sein Amt niedergelegt hat. Bei der im April anstehenden Kammerwahl wird er zudem nicht mehr antreten. An seiner Stelle wird der Münchner Unternehmer Peter Inselkammer die Präsidentschaft „in Vertretung“ übernehmen.
Hintergrund der Ermittlungen
Der Rücktritt von Lutz könnte mit den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München in Zusammenhang stehen. Diese hatte am 15. Januar mitgeteilt, dass gegen den ehemaligen BayWa-Chef wegen des Verdachts der Untreue ermittelt wird. Die Privaträume von Lutz wurden bereits am 14. Januar durchsucht, wie unter anderem der Münchner Merkur berichtete. Auch die Räumlichkeiten von 18 weiteren Personen sollen Ziel dieser Durchsuchungen gewesen sein.
Die BayWa AG äußerte sich nicht zu den Durchsuchungen, betonte jedoch ihre Bereitschaft zur umfassenden Kooperation mit den Behörden. Derzeit gibt es seitens der Staatsanwaltschaft noch keine konkreten Ermittlungsergebnisse, und es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Weitere Positionen von Lutz
Trotz seines Rücktritts bei der IHK behält Klaus Josef Lutz seine anderen Funktionen bei. Er ist nach wie vor Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Beirats bei Giesecke & Devrient, einem international tätigen Unternehmen im Bereich Sicherheitstechnologien mit Sitz in München. Zudem ist er seit 2013 als Honorarprofessor an der Technischen Universität München tätig.
Wie sich die Ermittlungen auf die Karriere von Klaus Josef Lutz auswirken werden, bleibt abzuwarten. Seine Entscheidung, sich aus dem Präsidentenamt zurückzuziehen, zeigt jedoch eine deutliche Prioritätensetzung zugunsten anderer beruflicher Verpflichtungen und möglicherweise zur Vermeidung weiterer Konflikte während der laufenden Untersuchungen.
