BayWa steht vor Herausforderungen bei der Sanierung des Unternehmens. Die laufenden Bemühungen, das Unternehmen zu restrukturieren, erleben Rückschläge aufgrund geplatzter Verkäufe und politischer Unsicherheiten. Besonders die Pläne des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zur Kürzung der Förderung erneuerbarer Energien werfen Schatten auf die Zukunft des Münchner Agrarkonzerns.
Politische Unsicherheiten belasten BayWa
Der Vorstand von BayWa hatte bereits im Herbst vor den möglichen Auswirkungen von Trumps Haushaltspolitik gewarnt. Die Sorge, dass diese Politik den Sanierungsplan gefährden könnte, wächst. Ein zentraler Bestandteil dieses Plans ist die Veräußerung von BayWa r.e., die bis Ende 2028 Erlöse einbringen soll, um die Refinanzierungsfähigkeit sicherzustellen.
In einer Ad-hoc-Mitteilung am 2. Februar teilte das Unternehmen mit, dass Gespräche mit Finanzierungspartnern und Hauptaktionären geführt werden, um das Sanierungskonzept gegebenenfalls anzupassen. Trotz der bereits ausgesprochenen Risikowarnung fehlen noch konkrete Zahlen zu den möglichen Auswirkungen. Insiderinformationen deuten darauf hin, dass die Bewertung von BayWa r.e. deutlich niedriger ausfallen könnte als geplant.
Gespräche über potenziellen Schuldenschnitt
Nach außen zeigt sich der BayWa-Vorstand gelassen und versichert, dass es zunächst keine direkten Auswirkungen auf Liquidität und operatives Geschäft gibt. Bis 2028 seien keine finanziellen Transfers zwischen BayWa und BayWa r.e. vorgesehen. Dennoch laufen im Hintergrund Gespräche mit Kapitalgebern und Ankeraktionären über mögliche Maßnahmen, darunter ein potenzieller Schuldenschnitt.
Die Verantwortlichen sind sich der ernsten Lage bewusst und ergreifen Gegenmaßnahmen, um die Sanierung bis zum geplanten Abschluss im Jahr 2028 zu sichern.
Aussichten für regenerative Energien unsicher
Im Konzernfinanzbericht 2024 hatte BayWa ein starkes Wachstum des bereinigten EBITDA für 2025 prognostiziert. Diese Erwartungen wurden auch im Halbjahresfinanzbericht 2025 bestätigt. Doch angesichts der aktuellen Unsicherheiten sieht der Vorstand diese Prognosen nun als nicht mehr belastbar an.
Zudem könnte sich der Zeitplan für den Jahres- und Konzernabschluss 2025 verschieben, ursprünglich für den 30. April 2026 angesetzt. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Stabilität des Unternehmens auf und unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung und Anpassung der Strategien in einem volatilen Marktumfeld.
