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Historischer Bergbau verursacht Erdloch auf Harzer Ackerland

In Wolfshagen im Harz ist auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche ein unerwartetes Erdloch entstanden, das durch die Bergbaugeschichte der Region bedingt ist. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ordnet dieses Phänomen den Bergbauaktivitäten zu, die hier vor etwa 300 Jahren, um das Jahr 1745, stattfanden. Es stellt sich nun die Frage, wer für den Schaden aufkommt, den der Landwirt dadurch erlitten hat. Ähnliche Phänomene treten auch in Sachsen-Anhalt auf, wo auf den Feldern plötzlich tiefe Löcher auftauchen.

Das betroffene Loch in Wolfshagen, ein Ortsteil von Langelsheim im Landkreis Goslar, ist etwa acht Meter tief und entstand durch alte Bergbauaktivitäten. Der Krater, der fünf Meter im Durchmesser misst und sich auf einer nicht bewirtschafteten Wiese befindet, ist bereits mit einem Bauzaun gesichert und laut LBEG keine Bedrohung mehr für Mensch und Umwelt. Die isolierte Lage des Lochs, rund 200 Meter von der nächsten Bebauung entfernt, macht es zu einem weniger kritischen Problem, da keine direkten Wege oder Bauten gefährdet sind.

Thomas Finkeldey, Altbergbauexperte beim LBEG, betont die günstige Lage des Tagesbruchs, der an keinerlei Infrastruktur grenzt und somit keine unmittelbare Gefahr für Passanten darstellt. Der Tagesbruch geht auf den historischen Bergbau der Grube Obere Gülden zurück, die zwischen 1743 und 1745 betrieben wurde. Der betroffene Schacht war etwa zwölf Meter tief. Die Positionen der drei Schächte und des Stollens der Grube sind noch heute im Gelände sichtbar.

Die Verantwortung für die Sanierung dieses Lochs trägt nicht der Landwirt, sondern das Land, da es keine Rechtsnachfolger der ehemaligen Bergbauunternehmen gibt. Die Kostenübernahme und Organisation der Arbeiten liegt beim LBEG. Geplant ist, das Loch mit 30 bis 40 Tonnen Schotter zu verfüllen. Der Zeitpunkt der Sanierung hängt von den Wetterbedingungen ab, da der Transport des Materials schwere Gerätschaften erfordert und es keine befestigten Wege zur Unglücksstelle gibt. Thomas Finkeldey hofft, die Arbeiten könnten möglicherweise noch vor Weihnachten abgeschlossen werden, sodass bald wieder Gras über die Angelegenheit wachsen wird.

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