Der deutsche Biermarkt steht vor ernsthaften Herausforderungen. Von Januar bis November 2025 verzeichnete der Absatz von Bier im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres einen Rückgang um insgesamt 6,4 %. Alle Bundesländer schreiben rote Zahlen, wenngleich die Intensität des Rückgangs variiert. Besonders stark betroffen sind Berlin/Brandenburg und Hessen mit einem Rückgang von über 12 %, während Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen/Bremen lediglich einen moderateren Rückgang von bis zu 3,4 % verzeichnen.
Saisonales Muster im Bierabsatz
Die Absatzzahlen spiegeln ein saisonales Muster wider: Während der Bierabsatz in den Frühlings- und Sommermonaten ansteigt, fällt er in den Herbst- und Wintermonaten zurück. Nicht enthalten in diesen Zahlen sind alkoholfreie Biere, Malztrunk sowie importiertes Bier aus Nicht-EU-Ländern.
Der Anteil des Inlandsverbrauchs am Gesamtabsatz betrug 82 %, wovon dieser Anteil auch versteuert wurde. Der Inlandsabsatz ging um 6,2 % zurück, während der Export von Bier sowohl in EU-Staaten mit einem Minus von 1,9 %, als auch in Nicht-EU-Staaten mit einem deutlichen Rückgang von 14,4 %, sank. Die Menge an sogenanntem Haustrunk fiel ebenfalls um 6,3 %.
Biermischungen und Marktentwicklung
Biermischungen, die aus Bier und alkoholfreien Getränken wie Limonade oder Fruchtsäften bestehen, verzeichneten ebenfalls einen Absatzrückgang von 5,9 %. Diese machen allerdings nur etwa 5 % des gesamten Bierabsatzes aus.
Trotz eines warmen Frühjahrs- und Sommerwetters konnte die Brauwirtschaft ihre Verluste auf dem Markt nicht abfangen. Besonders die Gastronomie verkaufte deutlich weniger Bier als im Vorjahr, während der Handel unter den Einsparbestrebungen privater Haushalte litt.
Brauerei Veltins trotzt dem Trend
Einen Lichtblick bietet die Brauerei C. & A. Veltins aus Meschede-Grevenstein (NRW), die ihren Ausstoß leicht auf 3.369.000 hl steigern konnte – ein Plus von 0,3 %. Auch beim Umsatz verzeichnete das Familienunternehmen eine leichte Zunahme um 0,4 %, was einem Gesamtwert von 461 Mio. € entspricht.
Zugpferd innerhalb des Sortiments war die Marke Pülleken mit einer Steigerung von 13,6 %. Auch alkoholfreie Produkte zeigten sich mit einem Wachstum von 10,4 % dynamisch.
Zukunft der deutschen Brauwirtschaft
Laut Dr. Volker Kuhl von der Geschäftsführung stellt der Verlust von rund fünf Millionen Hektolitern eine große Belastung für die deutschen Brauereien dar. Die Herausforderung besteht nun darin, trotz sinkender Verkaufsmengen und gleichbleibend hoher Kostenstrukturen am Markt zu bleiben.
Kuhl sieht darin den Beginn eines tiefgreifenden Strukturwandels innerhalb der Branche. Zahlreiche Betriebe könnten gezwungen sein, den Markt zu verlassen, da sie den wirtschaftlichen Druck nicht mehr tragen können.
