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Hähnchenmast in Niedersachsen: Lichthardts kämpfen um Genehmigung

Seit über einem Jahrzehnt kämpft das Landwirtspaar Claudia und Christoph Lichthardt aus Niedersachsen um die Genehmigung für den Bau zweier Hähnchenmastställe. Ursprünglich wurde der Antrag im Jahr 2010 gestellt, doch bis heute warten sie auf eine endgültige Zusage. Diese langwierige Prozedur hat nicht nur Nerven, sondern auch einen beträchtlichen finanziellen Aufwand in Höhe eines mittleren fünfstelligen Betrags gefordert.

Hohe Kosten und verpasste Chancen

Claudia Lichthardt betont, dass die Hähnchenmast seit 16 Jahren ein lukrativer Betriebszweig ist und bleibt. Jedoch konnten die potenziellen Einnahmen bisher nicht realisiert werden, da das Projekt immer noch in der Schwebe hängt. Die investierten Gelder fehlen nun an anderen Stellen des Betriebs, was den wirtschaftlichen Druck auf die Familie erhöht.

Genehmigungsfehler sorgt für Rückschlag

Bereits vor zehn Jahren hatte der Landkreis eine vorläufige Genehmigung erteilt, die jedoch aufgrund eines Verfahrensfehlers widerrufen wurde. Der NABU Niedersachsen klagte erfolgreich gegen diese Entscheidung, da bei einem nahegelegenen Biotop, das durch Emissionen hätte geschädigt werden können, die Öffentlichkeit nicht einbezogen wurde.

Veränderte Anforderungen in der Geflügelbranche

Während sich die Geflügelbranche in Richtung mehr Tierwohl und höhere Haltungsstandards verändert hat, bleibt der ursprüngliche Antrag der Lichthardts unverändert. Geplant sind zwei konventionelle Mastställe mit jeweils 42.000 Hähnchen. Anpassungen wie Auslaufmöglichkeiten oder Wintergärten können nicht mehr berücksichtigt werden.

Neue Hoffnungen für den Winter

Christoph Lichthardt zeigt sich dennoch optimistisch, dass eine rechtskräftige Genehmigung möglicherweise noch in diesem Winter erteilt wird. Trotz der unvorhergesehenen Hindernisse hat sich die Familie auf andere Teile ihres Betriebs konzentriert und unter anderem eine Nudelmanufaktur etabliert, in der sie eigenen Weizen zu Pasta verarbeiten.