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Milchpreise 2023: Stagnation trotz Herausforderungen

Monika Wohlfarth, Geschäftsführerin der Zentralen Milchmarktberichterstattung, äußerte beim Berliner Milchforum die Erwartung, dass die in diesem Jahr nicht signifikant ansteigen werden. Trotz eines EU-weiten Rückgangs der Milchpreise, verzeichnete Deutschland im Jahr 2023 den zweithöchsten Preis für konventionelle Milch in seiner Geschichte.

Die aktuellen Marktverwertungen lassen nach Wohlfarths Einschätzung keinen Raum für eine Preiserhöhung. Sie betont jedoch, dass das Jahr noch viele Entwicklungen bringen könnte.

Das Milchaufkommen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2023 um 1,5 % gestiegen, wohingegen es in den ersten Monaten des Jahres 2024 um 0,9 % unter dem Vorjahresniveau lag. Wohlfarth prognostiziert einen Rückgang der Milchlieferungen im Vergleich zum Vorjahr, was unter anderem auf eine um 2,5 % geringere Anzahl an Milchkühen im November zurückzuführen ist. Zudem beeinflussen Themen wie die Moorwiedervernässung und die Konkurrenz durch Freiflächen- die Milchproduktion.

Auf dem ist seit 2021 ein Rückgang der Nachfrage, insbesondere nach Vollmilchpulver, zu verzeichnen, während Käse ein Wachstum erlebt. Bei Magermilchpulver macht sich zunehmend Konkurrenz aus bemerkbar.

Wohlfarth spricht von zunehmenden und vielfältigeren Herausforderungen für die Milchwirtschaft in Deutschland, angefangen bei politischen Themen wie entwaldungsfreien Lieferketten, Tierschutzfragen und dem Green Deal, bis hin zu Klimawandel, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen sowie neuen Technologien wie Labormilch.

Trotz dieser Herausforderungen und einer gesunkenen Nachfrage aus China sieht Wohlfarth Chancen für den , bedingt durch eine moderate Milchproduktion in der EU und wichtigen Exportländern. Der Binnenmarkt zeigt sich resilient gegenüber dem Inflationsschock, auch wenn die Nachfrage nach Milchprodukten seit dem Ende der Corona-Pandemie in einem Umfeld höherer Inflation weniger dynamisch ist.