Die Marktmacht des Einzelhandels und die Fusion von Arla Foods und dem Deutschen Milchkontor (DMK) waren zentrale Themen auf dem Fachforum Milch des Deutschen Bauernverbandes. Die Veranstaltung, die im Rahmen der Grünen Woche stattfand, stellte die Herausforderungen der Milchbranche zwischen Politik, Markt und Gesellschaft in den Fokus.
Einfluss des Einzelhandels auf die Preise
Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sorgte Ende 2025 für Aufsehen, als er den Preis für eine 250g-Packung Butter auf 99 Cent senkte. Diese Entscheidung stieß bei Landwirten auf Unverständnis und Protest. Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, kritisierte diese Preisgestaltung als unberechtigt und nicht durch Marktbedingungen gerechtfertigt. Hermann Färber, Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Bundestag, betonte die Notwendigkeit einer besseren Bündelung auf Erzeuger- und Verarbeiterseite zur Stärkung ihrer Position gegenüber dem dominanten Einzelhandel.
Mengenregulierung in der Milchbranche
Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO), der regulatorische Eingriffe in die Mengensteuerung von Milch betrifft, wurde ebenfalls diskutiert. Hermann Färber sprach sich gegen staatliche Eingriffe in die Marktbereinigung aus und unterstrich die Verantwortung der Molkereien, den Milcherzeugern geeignete Vertragsangebote zu machen. Diese sollten selbst entscheiden können, in welchem Umfang sie diese Angebote nutzen möchten.
Fusion von Arla Foods und DMK
Im April 2025 kündigte Arla Foods eine Fusion mit dem Deutschen Milchkontor an. Tino Gottschalk von Arla Foods erläuterte, dass das Ziel dieser Fusion sei, eine der stärksten Molkereien Europas zu schaffen, um stabile und wettbewerbsfähige Milchpreise zu sichern. Zusätzlich streben beide Unternehmen ein breiteres Produktangebot an sowie eine gestärkte Verhandlungsposition gegenüber dem Einzelhandel.
Gottschalk versicherte auch Hendrik Lübben, einem Milchkuhhalter aus niedersächsischen Moorgebieten, dass Arla trotz CO2-Speicher-Nachteilen weiterhin kooperieren möchte. Ziel sei es, nachhaltig zu wirtschaften und gleichzeitig regionale Wirtschaftskraft zu erhalten.
Bedeutung der Milchkommunikation
Kerstin Wriedt von der Branchenkommunikation „Initiative Milch“ hob die Rolle von Milch in der regionalen Wertschöpfungskette hervor. Die Initiative zielt darauf ab, insbesondere junge Menschen bis 30 Jahre sowie junge Familien über Social Media anzusprechen. Wriedt setzt dabei auf junge Landwirte als authentische Botschafter für das Produkt Milch.
