Im Jahr 2025 verzeichneten die Molkereien in Deutschland einen durchschnittlichen Milchpreis von 51,3 Cent pro Kilogramm. Dies stellt das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte dar, nur übertroffen von 2022 mit 52,9 ct/kg. Trotz dieser positiven Entwicklung kam es gegen Ende des Jahres zu einem dramatischen Preisrückgang.
Regionale Unterschiede beim Milchpreis
Die Analyse umfasste 58 Molkereien, wobei es innerhalb der Branche erhebliche Preisunterschiede gab. Die Preisspanne zwischen der am höchsten und am niedrigsten zahlenden Molkerei betrug rund sieben Cent pro Kilogramm. Besonders hervorzuheben sind die süddeutschen Molkereien, die aufgrund ihrer Markenprodukte höhere Preise zahlen konnten und sich an der Spitze der Auswertung platzierten. Die Hohenloher Molkerei führte mit einem Preis von 54,8 ct/kg die Liste an. Im Gegensatz dazu stehen viele norddeutsche Molkereien am unteren Ende der Tabelle, da diese stärker von globalen Märkten und Rohstoffpreisen beeinflusst werden.
Preisentwicklung und Ursachen für den Rückgang
Süddeutsche Unternehmen profitierten davon, dass sie ihre Preise länger hoch halten konnten. Bis zum Spätsommer überschritt der Preis bundesweit die 50-Cent-Marke. Doch ab September begannen im Norden die Preise zu fallen, gefolgt von einem landesweiten Absturz ab November, als ein Rückgang um bis zu acht Cent innerhalb eines Monats verzeichnet wurde.
Ein Grund für den Preisverfall war das hohe Milchaufkommen, das seit Mitte August über dem Vorjahresniveau lag – zeitweise um 7,5 %, im Jahresdurchschnitt um etwa 1 %. Dies berichtete die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung (ZMB). Die globale Marktübersättigung trug ebenfalls zum Preisrückgang bei.
Angebot und Nachfrage: Ein ungleiches Verhältnis
Während das Angebot an Milchprodukten wie Butter und Käse stieg, blieb die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück. Dies führte zu einem Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel gegen Jahresende, insbesondere bei Butter. Infolgedessen sank das Milchgeld im Januar 2026 laut dem Online-Milchpreisbarometer um bis zu 20 Cent unter das Niveau von Januar 2025.
Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass ein Boden erreicht sein könnte und eine Reduzierung der Milchanlieferung zur Stabilisierung des Marktes beitragen könnte.
Kriterien der Preisauswertung
Für die Preisberechnung wurden die Grundpreise ohne Mehrwertsteuer für Milch mit einem Fettgehalt von 4,0 % und Eiweißgehalt von 3,4 % herangezogen. Berücksichtigt wurden zudem Zuschläge für zweitägige Abholungen sowie Staffel- und Vertragszuschläge bei einer jährlichen Anlieferung von 500.000 Kilogramm Milch. Abgezogen wurden Grundkostenpauschalen. Wichtig ist auch die dynamische Anpassung der Zuschläge an Fett- und Eiweißgehalte durch marktbasierte Korrekturfaktoren.
Zuschläge konnten nur angerechnet werden, wenn sie mindestens 80 % der Anlieferungsmenge betrafen. Qualitätszuschläge für GVO-freie Milch oder Tierwohlprogramme wurden ebenso berücksichtigt wie Nachzahlungen und Warenrückvergütungen bis zum Redaktionsschluss Anfang Februar 2026. Diese Faktoren könnten noch Änderungen in der Rangfolge nach sich ziehen.
