In Zeiten, in denen Discounter mit extrem günstigen Preisen für Milchprodukte locken, versucht die Molkerei Berchtesgadener Land, Verbraucher für den Wert regionaler Produkte zu sensibilisieren. Mit dem Slogan „Ich bin meinen Preis wert“ appelliert die Genossenschaftsmolkerei an die Kunden, dass ihre Produkte wie Trinkmilch, Butter und Sahne trotz höherer Preise eine Unterstützung der Heimat und Versorgungssicherheit darstellen.
Umfassende Werbekampagne zur Verbraucheraufklärung
Mit einer breit angelegten Kampagne, die Radiospots, Social Media-Posts und Regalschilder umfasst, will die Molkerei das Bewusstsein der Konsumenten schärfen. Die umfassende Marketingstrategie soll verdeutlichen, dass der Kauf regionaler Milchprodukte nicht nur die heimische Landwirtschaft unterstützt, sondern auch die Kulturlandschaft pflegt und langfristige Versorgungssicherheit gewährleistet.
Regionale Produkte sichern Landwirtschaft
Bernhard Pointner, Geschäftsführer der Molkerei, betont die Wichtigkeit regionaler Einkäufe. Der Verzicht auf das absolut günstigste Angebot könnte helfen, die bestehende Form der Landwirtschaft zu erhalten. Er erklärt, dass ohne diese Unterstützung ein Wandel in der Landwirtschaft drohe.
Kosten für Verbraucher bleiben überschaubar
Die finanziellen Mehrbelastungen für Verbraucher seien laut Pointner minimal. Durchschnittlich konsumiert ein Deutscher 46 Liter Milch und 5,3 kg Butter jährlich. Die daraus resultierenden Mehrkosten im Vergleich zu den billigsten Discountern belaufen sich auf etwa 60 Euro jährlich – das entspricht ungefähr 1,20 Euro pro Woche.
Preisanpassungen bei Butter
Trotz dieser Kampagne hat die Molkerei entschieden, den Preis für Frischmilch stabil zu halten und den Preis für 250 g Butter von 2,99 Euro auf 2,59 Euro zu senken. Im Vergleich zu Discountpreisen von 99 Cent ist dies immer noch deutlich höher, was jedoch als angemessen betrachtet wird.
Stabile Verkaufszahlen trotz Wirtschaftskrise
Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland konnten die Berchtesgadener ihre Verkaufszahlen stabil halten. Pointner sieht dies als Erfolg angesichts der aktuellen Wirtschaftslage des Landes.
Herausforderung Überproduktion
Bedenken bereitet dem Geschäftsführer jedoch die gestiegene Anlieferungsmenge an Milch um etwa acht Prozent. Diese Zunahme ist teilweise auf eine exzellente Futterernte im Vorjahr zurückzuführen. Die überschüssige Milch muss nun am Spotmarkt zu einem niedrigen Preis von 24 Cent pro Liter verkauft werden.
