Anzeige
 

Rapsschädlinge: Frühzeitige Erkennung entscheidet

Die Blütezeit des Rapses lockt zahlreiche Insekten an, darunter gefährliche Schädlinge, die erhebliche Ertragseinbußen verursachen können. Besonders der Gefleckte Kohltriebrüssler (KTR) steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Landwirten und Pflanzenbauberatern.

Seit 2024 beobachten Experten eine zunehmende Verbreitung dieses Käfers in Rapsfeldern. Die Populationsdynamik wird maßgeblich von Klimabedingungen beeinflusst, wobei milde Winter dem KTR offenbar in die Karten spielen. Dieser Käfer zeigt eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Umweltbedingungen und kann sich besser an heiße Sommertage akklimatisieren als sein Verwandter, der Große Rapsstängelrüssler.

Die Überwinterungsstrategie des KTR ist bemerkenswert: Er verbringt die kalte Jahreszeit in geschützten Bereichen wie Hecken und Waldrändern. Sobald Boden- und Lufttemperaturen bestimmte Schwellenwerte erreichen – konkret 6 °C am Boden und 12 °C in der Luft – wird der Käfer aktiv. Bereits drei Tage mit Sonnenschein und geringer Windintensität reichen aus, um die Käfer in die Rapsfelder zu locken.

Landwirte müssen besonders aufmerksam sein: Bei mehr als 30 Käfern pro Tag in Gelbschalen sollte innerhalb einer Woche eine Behandlung mit Pyrethroiden erfolgen. Der Fraßzyklus dauert etwa 10 bis 14 Tage, wobei die Eiablage bereits früher beginnen kann. Die Larven bohren sich in die Stängelmarken, was zunächst unbemerkt bleibt und erst nach der Blüte sichtbar wird.

Die Schäden durch KTR sind vielfältig und können dramatisch sein. Kleine Seitentriebe sterben ab, der Haupttrieb verkrüppelt, Knospen werden vermehrt abgeworfen, und die Pflanzen reagieren empfindlicher auf Stresssituationen, insbesondere Trockenperioden. Je nach Befallsintensität können Ertragseinbußen zwischen 5 und 30 Prozent auftreten.

Digitale Gelbschalen bieten Landwirten heute eine innovative Lösung zur Schädlingsüberwachung. Sie senden regelmäßig Bilder aufs Handy und ermöglichen die Kontrolle auch schwer zugänglicher Feldareale. Die Positionierung der Fallen ist entscheidend: Sie sollten ab Ende Oktober installiert und bis zur Blüte im Feld belassen werden.

Bei der Bekämpfung gilt es, verschiedene Rüsslerarten präzise zu identifizieren. Der Große Rapsstängelrüssler unterscheidet sich vom KTR durch seine dunklere Färbung und schwarze Füße. Die Wahl der richtigen Behandlungsstrategie erfordert Expertise und genaue Beobachtung.

Pyrethroide der Klasse II haben sich als wirksames Behandlungsmittel erwiesen. Bei unzureichender Wirkung sollten Landwirte mögliche Resistenzen in Betracht ziehen und gegebenenfalls alternative Bekämpfungsstrategien in Erwägung ziehen.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Acker

DUH kämpft gegen Aussetzung der Düngeregeln in roten Gebieten

Die Diskussion um den Schutz des Grundwassers vor übermäßiger Düngung spitzt sich zu. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Oktober 2025, das...

Acht neue Zuckerrübensorten zugelassen: Fortschritt gegen SBR-Krankheit

Im Jahr 2026 hat das Bundessortenamt acht neue Zuckerrübensorten für den deutschen Markt zugelassen. Besonders hervorzuheben ist eine Sorte, die gegen den...

Deutsche Umwelthilfe klagt gegen EU-Verkaufserlaubnis für Flufenacet

Die jüngste Entscheidung der Europäischen Union, den Verkauf und die Verwendung des Pflanzenschutzmittels Flufenacet bis Ende 2026 zu erlauben, stößt auf erheblichen...

RAGT integriert Strube: Fusion stärkt nachhaltige Anbausysteme

Die landwirtschaftliche Branche in Deutschland erlebt eine bedeutende Veränderung: Die RAGT Saaten Deutschland GmbH und die Strube D&S GmbH schließen sich zusammen....

Dritter Weg im Ackerbau: Hohe Erträge ohne chemischen Pflanzenschutz

Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, ohne dabei auf hohe Erträge zu verzichten. Eine französische...