Im Jahr 2025 verringerte sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche für Sommergetreide erneut leicht und erreichte ein Niveau von 1,06 Millionen Hektar. In den letzten Jahren dominierte die Sommergerste diesen Anbau, dicht gefolgt von Hafer und Sommerweizen. Die Anbaufläche für Sommergetreide kann je nach Witterungsbedingungen stark schwanken. Besonders nach einem nassen Herbst lässt sich ein verstärkter Anbau dieser Getreidesorten beobachten, wie in den Frühlingen der Jahre 2024 und 2025.
Die Herausforderungen und Chancen des Sommergetreideanbaus
Sommergetreide wird häufig nach spät geernteten Kulturen wie Körnermais oder Zuckerrüben ausgesät, wenn eine Herbstaussaat nicht mehr möglich ist. Der Anbau bietet Vorteile bei einer qualitätsbetonten Vermarktung, wie beispielsweise bei Schälhafer. Zudem trägt er zur Risikominderung und zu positiven Fruchtfolgeeffekten bei. Dr. Thorsten Krämer von der RWZ Rhein-Main AG äußert, dass Sommergetreide helfen kann, den Unkrautdruck zu mindern. Jedoch schätzt er die Möglichkeiten einer Ausweitung des Anbaus als begrenzt ein, da die Erträge im Vergleich zu anderen Getreidesorten niedriger sind.
Sommerweizen: Frühe Aussaat als Schlüssel zum Erfolg
Eine frühe Aussaat von Sommerweizen bringt diverse Vorteile mit sich: Sie führt zu einer geringeren Unkrautbelastung und erlaubt es dem Weizen, vor dem Einsetzen von Trockenperioden zu blühen. Der Bestand kann dadurch dichter werden, da der Weizen bei früher Aussaat stärker bestockt. Laut Dr. Krämer ist eine Aussaat ab Anfang Februar möglich. Die Saatdichte sollte zwischen 380 bis 450 Körnern pro Quadratmeter liegen, wobei man je nach Saattermin variieren kann.
Empfehlungen für Weizensorten im Jahr 2026
KWS Carusum ist eine E-Weizensorte mit hoher Blattgesundheit und Standfestigkeit, jedoch geringeren Erträgen. Sie wird in mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern empfohlen. KWS Jordum hingegen ist ein B-Sommerweizen mit guten agronomischen Eigenschaften und wird vor allem in NRW empfohlen.
Sommergerste: Anforderungen an das Saatbett
Die Ansprüche der Sommergerste an das Saatbett sind höher als beim Weizen; sie sollte nicht bei ungeeigneten Bodenbedingungen ausgesät werden. Eine Aussaat ist ab Februar möglich, wobei das Risiko mit verzögerten Terminen steigt. Die richtige Sortenwahl spielt eine entscheidende Rolle: Lexy ist eine empfehlenswerte Braugerste mit stabiler Standfestigkeit und Gesundheit.
Hafer: Hohe Anforderungen an Wasserversorgung
Hafer gilt als Gesundungsfrucht für den Boden und eignet sich gut als Vorfrucht für Winterweizen. Standorte mit Vorsommertrockenheit sind jedoch weniger geeignet, da sie oft nicht die erforderlichen Hektolitergewichte erreichen können. Empfohlene Sorten wie Max oder Lion bieten gute Ertragspotenziale und Schäleigenschaften.
- KWS Carusum: Empfohlen in NRW, Bayern; hohe Blattgesundheit
- KWS Jordum: Hauptsächlich in NRW empfohlen; gute Qualitätseigenschaften
- Lexy: Hauptsächlich als Braugerste in verschiedenen Bundesländern eingesetzt
- Max: Langjährig bewährt; hoher Qualitätsertrag
- Lion: Gute Nachfrage durch Lebensmittelindustrie aufgrund ihrer Qualitätsparameter
Sowohl bei der Wahl der Sorte als auch beim Timing der Aussaat sind die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Getreidesorte entscheidend für den Anbauerfolg im Bereich des Sommergetreides.
