Die Europäische Union plant, nach 2027 insgesamt 45 Milliarden Euro zusätzlich für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bereitzustellen. Diese Mittelverteilung sorgt jedoch für Diskussionen, da sie zwischen den Mitgliedstaaten unterschiedlich ausfallen soll. Nach Berechnungen des irischen Agrarökonomen Prof. Allan Matthews profitieren vor allem jüngere EU-Mitglieder stärker von den Geldern als langjährige Mitglieder.
Verteilung der Mittel: Gewinner und Verlierer
Laut Matthews werden insbesondere osteuropäische Länder wie die Slowakei, Polen und Ungarn erhebliche Zuwächse verzeichnen können. Diese Länder sollen ihre GAP-Gelder um 39 %, 35 % bzw. 29 % steigern können. Im Gegensatz dazu fallen die Steigerungen für Deutschland und Frankreich mit nur 8 % bzw. 6 % vergleichsweise gering aus. Italien kann mit einem Anstieg von 15 % rechnen, während Spanien eine Erhöhung von 11 % erwartet.
Hintergrund der Mittelverteilung
Die unterschiedliche Mittelverteilung ist teilweise auf die variierende Zuteilung der LEADER-Programme zwischen den Mitgliedstaaten zurückzuführen. Prof. Matthews weist darauf hin, dass dies zu erheblichen Differenzen führt, die nicht ohne Weiteres ausgeglichen werden können. Der Deutsche Bauernverband kritisiert den Vorschlag der EU-Kommission als keinen echten finanziellen Zugewinn, sondern lediglich als Vorgriff auf zukünftige Mittel.
Kritik am Vorschlag der EU-Kommission
Der Kern des EU-Vorschlags besteht darin, dass Mitgliedstaaten bei ihren nationalen und regionalen Partnerschafts-Plänen (NRPP) bereits jetzt bis zu 45 Milliarden Euro aus einem Flexibilitätsbetrag nutzen könnten. Dabei handelt es sich laut dem Deutschen Bauernverband um eine theoretische Vorschusszahlung und nicht um zusätzliche Gelder. Auch das bayerische Landwirtschaftsministerium teilt diese Einschätzung.
Zukunftsperspektiven und Herausforderungen
Erschwerend kommt hinzu, dass noch keine endgültigen Beschlüsse über den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028 bis 2034 gefasst wurden, der über 2.000 Milliarden Euro umfassen soll. Dies wirft weitere Unsicherheiten über die zukünftige Finanzierung der Landwirtschaft in Europa auf.
