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Bauernverband fordert 40 % jährliche Wolfsentnahme zur Bestandskontrolle

Die Diskussion um den Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation in Deutschland gewinnt an Intensität. Auf der Grünen Woche hat der Deutsche Bauernverband (DBV) seine Forderung nach jährlichen Entnahmequoten für Wölfe bekräftigt. Der Verband beziffert die Anzahl der Wölfe bundesweit auf etwa 3.000 Tiere, was nahezu doppelt so hoch ist wie die Schätzungen offizieller Stellen.

Anpassung des Bundesjagdgesetzes gefordert

Der Umweltbeauftragte des DBV, Eberhardt Hartelt, fordert eine Regulierung des Wolfsbestandes durch die Entnahme von 40 % des jährlichen Nachwuchses. Diese Maßnahmen müssten laut Hartelt regional festgelegt werden, um effektiv zu sein. Dringend notwendig seien praktikable und rechtssichere Regeln zur Problemlösung, da es bislang oft Verzögerungen bei der Genehmigung von Abschüssen gebe.

Erweiterung von Weidegebieten als Lösung

Ein weiterer Aspekt in der Debatte ist die Ausweitung von nicht zäunbaren Weidegebieten. Diese soll nach Ansicht des Bauernverbandes auch agrarstrukturelle Gründe berücksichtigen, um bestimmte Regionen ganz von Wölfen freizuhalten. Trotz dieser Forderungen betont Hartelt die Notwendigkeit der fortgesetzten Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen.

Sächsische Perspektiven und Herausforderungen

In Sachsen, wo sich der Wolf vor etwa 30 Jahren angesiedelt hat, zeigt sich das Problem besonders deutlich. Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch sieht die Landkreise Bautzen und Görlitz als überfüllt an und fordert Maßnahmen zum Schutz der Kulturlandschaft und zur Koexistenz von Wölfen und Weidetieren. Er betont die Wichtigkeit von Freiheit und Selbstermächtigung für Jäger, um Entscheidungen vor Ort treffen zu können.

Kritik an Entnahmequoten

Der Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger hingegen lehnt eine Entnahmequote von 40 % ab und spricht sich für Lösungen innerhalb des Naturschutzrechts aus. Er warnt davor, dass eine Ausweitung nicht schützbarer Gebiete den Lebensraum der Wölfe einschränken könnte, sodass ihr günstiger Erhaltungszustand gefährdet wäre.

Die Meinungen über den richtigen Umgang mit dem steigenden Wolfsbestand gehen auseinander. Während einige Lösungen im Bereich des Jagdrechts sehen, pochen andere auf naturschutzrechtliche Ansätze. Die Diskussion wird wohl weiterhin intensiv geführt werden müssen, um einen Konsens zu finden, der sowohl ökologische als auch landwirtschaftliche Interessen wahrt.