Anzeige
 

Stabilität der Düngerpreise trotz globaler Unsicherheiten

Die Düngerpreise halten sich derzeit stabil, nachdem die Verkaufsvorgänge der vergangenen Saison größtenteils abgeschlossen wurden. Händler und die Düngerindustrie zögern mit Angeboten für die kommende Saison, was teilweise auf die ungewissen Auswirkungen des globalen Handelsstreits und potenzielle Zölle auf die Düngerpreise zurückzuführen ist. Eine weitere Ursache ist die starke Aufwertung des Euros auf 1,14 US-Dollar, die Düngerimporte günstiger gemacht und den Spielraum für Preissenkungen erweitert hat. Zusätzlich haben die gesunkenen Gaspreise die Produktionskosten für die europäische Düngerindustrie reduziert.

Trotz dieser Faktoren besteht am Markt weiterhin Unsicherheit, besonders wegen der temporären Aussetzung von Zöllen durch die USA und der ungewissen zukünftigen Entwicklung. Die globalen Marktpreise für Harnstoff weisen leichte Rückgänge auf, was sich auch auf die europäische Marktsituation auswirkt. In Deutschland und anderen europäischen Ländern haben Händler aufgrund des Endes der alten Kampagne und der bevorstehenden neuen Saison Preissenkungen für umgehende Lieferungen vorgenommen. Produzenten und Händler halten sich jedoch bedeckt, wenn es darum geht, neue Düngerpreise offiziell bekannt zu geben. Die Preisgestaltung variiert stark, und die anhaltende Marktnervosität lässt schnelle Preisänderungen möglich erscheinen.

Landwirte stehen angesichts der unsicheren Bedingungen und der niedrigen Getreidepreise einer Akzeptanz höherer Düngerpreise skeptisch gegenüber. Die Einführung hoher Zölle auf russische Düngemittel durch die Europäische Kommission könnte zudem das Angebot und die Nachfrage beeinträchtigen. Höhere Preise könnten die Landwirte vom Kauf abhalten und den Verkauf mindern.

Die Situation auf dem deutschen Düngermarkt wird auch durch die Verzögerung der zweiten Stickstoffgabe beeinflusst, die aufgrund der Trockenheit später erfolgt. Gegen Ende April haben sich die Spotmarktpreise für Stickstoffdünger in Deutschland vorläufig stabilisiert. Die Preise für Harnstoff, Kalkammonsalpeter (KAS) und Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) verharren auf dem gleichen Niveau. Die Nervosität auf dem Markt ist deutlich spürbar und schnelle Preisänderungen bleiben eine Möglichkeit. Derzeit belaufen sich die Preise für Harnstoff auf 495 Euro pro Tonne, für KAS auf 370 Euro pro Tonne und für AHL ebenfalls auf 369 Euro pro Tonne. Insgesamt bleibt die Preisentwicklung volatil, beeinflusst durch die Aussetzung von Zöllen, den starken Euro und die fallenden Gaspreise.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Rindfleischproduktion 2026: Weltweiter Rückgang um 1 % erwartet

Die weltweite Produktion von Rindfleisch wird im Jahr 2026 voraussichtlich auf rund 77 Millionen Tonnen sinken, was einem Rückgang von etwa 1...

Nordzucker schließt Werk in Trenčianská Teplá: 50% Stellenabbau droht

Die Nordzucker AG plant, die Zuckerproduktion im slowakischen Werk Trenčianská Teplá nach der Kampagne 2025/26 einzustellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund von...

Eurolysine fordert schärfere EU-Schutzzölle gegen chinesisches Lysin

Der Markt für Futtermittelzusatzstoffe in Europa sieht sich derzeit mit Herausforderungen konfrontiert, da der französische Hersteller Eurolysine verstärkte Schutzmaßnahmen gegen Lysinimporte aus...

Rinderpreise unter Druck: Marktbeobachter erwarten stabile Entwicklungen

Die aktuelle Marktlage bei Rindern zeigt einen deutlichen Preisdruck, da sowohl die Hauspreise einiger Schlachthöfe als auch die Anzahl der Schlachtungen gesunken...

Milchpreise steigen weltweit: Höchster Anstieg seit 2021 erzielt

Die weltweiten Milchpreise erleben derzeit einen deutlichen Aufwärtstrend. Auf der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) sind die Preise bei den letzten drei...