Im Januar 2026 wurden in Deutschland weniger Kühe geschlachtet als im gleichen Monat des Vorjahres, obwohl die Milchpreise gesunken sind. Diese Entwicklung setzt den Trend der rückläufigen Schlachtzahlen fort.
Rückgang der Kuhschlachtungen
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, sind im Januar 2026 bundesweit 89.166 Kühe zur Schlachtung gekommen. Das entspricht einem Rückgang von 3.838 Tieren oder 4,1 % im Vergleich zum Januar 2025. Bereits im gesamten Jahr 2025 war ein deutlicher Abwärtstrend zu verzeichnen: Mit insgesamt 937.777 geschlachteten Kühen wurde die Marke von einer Million klar verfehlt, was einem Rückgang von 7,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Schwerere Tiere kompensieren Mengenverlust
Trotz des Rückgangs bei den Schlachtzahlen fiel die produzierte Fleischmenge nur um 3,5 % geringer aus als im Vorjahresmonat. Dies deutet darauf hin, dass die durchschnittlichen Gewichte der geschlachteten Tiere höher waren als noch vor einem Jahr.
Ursachen des Trends
Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) sind zwei Hauptfaktoren für den anhaltenden Rückgang verantwortlich: Zum einen sorgt die überdurchschnittlich gute Qualität des Grundfutters dafür, dass Milchkühe länger in den Betrieben gehalten werden. Zum anderen wirken sich die Langzeitfolgen der Blauzungenkrankheit weiterhin negativ auf die Schlachtzahlen aus, da sie zu verspäteten Abkalbungen und verschobenen Laktationen führt.
Einfluss sinkender Milchpreise
Obwohl die Preise für Milcherzeuger zu Beginn des Jahres 2026 stark gefallen sind und unter die Marke von 40 Cent pro Kilogramm gerutscht sind, hat dies bisher nicht zu einer Zunahme der Schlachtaktivitäten geführt.
