Die jüngsten Spannungen im Nahen Osten und die daraus resultierende faktische Blockade der Straße von Hormus haben zu einem deutlichen Anstieg der Düngerpreise geführt. Diese Situation verdeutlicht die Abhängigkeit der globalen Landwirtschaft von bestimmten Regionen und wirft Fragen zur Versorgungssicherheit auf.
Wichtige Düngemittelproduzenten weltweit
Russland, China, Kanada, Marokko, die USA und Saudi-Arabien dominieren den globalen Düngemittelhandel. Diese Länder sind zusammen für über 50 % der weltweiten Exporte verantwortlich, wie aus Daten des International Trade Centre (ITC) hervorgeht. Insbesondere die Golfstaaten spielen eine entscheidende Rolle im Stickstoffdünger-Markt, mit einem Anteil von etwa 40 % am Welthandel.
Herausforderungen durch die Blockade
Die Blockade der Hormusstraße hat nicht nur die Energiepreise in die Höhe getrieben, sondern auch die Verfügbarkeit von Düngemitteln beeinträchtigt. Marktanalysen deuten darauf hin, dass es schwierig ist, die Ausfälle aus dieser Region kurzfristig auszugleichen. Große Produzenten wie Russland und Kanada könnten jedoch zumindest teilweise einspringen.
Alternative Lieferanten im Fokus
Russland bleibt mit einem Marktanteil von 17,9 % führend im Export von Harnstoff (Urea). Das Land profitiert von günstigen Erdgaspreisen und einem schwachen Rubel. Kanada besitzt bedeutende Kalireserven und plant den Ausbau seiner Phosphatproduktion. In Quebec soll bis 2028 ein Großprojekt zur Herstellung von gereinigter Phosphorsäure entstehen.
Ägypten und Algerien sind bereits jetzt wichtige Lieferanten für Stickstoffdünger nach Europa. Aufgrund der Blockade suchen Abnehmer nach sicheren Lieferwegen, was dort zu Preissteigerungen geführt hat. Ägyptens Abhängigkeit von israelischen Erdgasimporten könnte jedoch problematisch werden.
Marokkos potenzielles Dilemma
Marokko könnte als bedeutender Phosphatproduzent ebenfalls eine größere Rolle übernehmen. Allerdings benötigt das Land Schwefel und Ammoniak aus der nun blockierten Golfregion für seine Düngemittelproduktion. China könnte theoretisch mehr Harnstoff und Phosphate exportieren, wird jedoch durch interne Exportbeschränkungen gebremst.
Die gegenwärtige Blockade könnte den internationalen Handel um geschätzte 3 bis 4 Millionen Tonnen Dünger pro Monat reduzieren. Alternative Anbieter können zwar den Preisanstieg abfedern, aber das globale Angebot nicht sofort vollständig ersetzen.
