Anzeige
 

Milchpreise erreichen fast Biomilchniveau

Die Preise für konventionelle Milch steigen weiterhin stark und nähern sich immer mehr denen von Biomilch an. Am Spotmarkt liegt der Milchpreis bereits über 60 Cent pro Kilogramm. Auch die Auszahlungspreise für Rohmilch im konventionellen Bereich steigen kontinuierlich. Im Jahr 2024 hat sich der Abstand zwischen konventionellen und Bio-Milchpreisen erneut deutlich verringert.

Während der Coronakrise betrug der Preisunterschied zwischen konventioneller Milch und Biomilch nur knapp über 2 Cent. Damals erhielten konventionelle Milchbauern bis zu 60 Cent pro Kilogramm Milch (bei 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß), während der Preis für Biomilch bei etwa 63 Cent lag. Nach einem Preissturz vergrößerte sich der Unterschied bis Juni 2023 auf über 15 Cent, als konventionelle Milch noch etwa 40 Cent und Biomilch rund 55 bis 56 Cent pro Kilogramm kostete. Nun aber haben die Preise für konventionelle Milch wieder angezogen, und im August 2024 erreichten die Auszahlungspreise 47,3 Cent pro Kilogramm. Für September wird ein weiterer deutlicher Anstieg erwartet. Der berechnete Rohstoffwert der Milch, basierend auf den Marktpreisen für Butter und Magermilchpulver, lag im September bei 53,7 Cent, während der Preis für Biomilch im August etwa 57 Cent betrug.

Es zeichnet sich eine interessante Entwicklung ab: Die Preise für konventionelle Milch haben zuletzt stark zugelegt, während die Preise für Biomilch stabil bleiben. Obwohl die Preisgrenze bei konventioneller Milch möglicherweise bald erreicht ist, haben Molkereien noch Spielraum, die Auszahlungspreise weiter anzuheben, selbst wenn die Großhandelspreise für Butter leicht nachlassen.

Doch warum steigen die Preise für konventionelle Milch so stark und gleichen sich immer mehr denen der Biomilch an? Ein Hauptgrund ist der historische Anstieg der Butterpreise, der die Kosten für die Milchverarbeitung spürbar erhöht hat. Der Anstieg der Butterpreise ist unter anderem auf eine geringere Milchmenge und den niedrigeren Fettgehalt der Rohmilch im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Diese Verknappung spiegelt sich auch in den steigenden Spotmarktpreisen für Rohmilch wider.

Die Biomilchproduktion hingegen verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr eine höhere Milchmenge, was den Preisanstieg bei Biomilch begrenzt. Dadurch ist ein starker Preisanstieg wie bei der konventionellen Milch weniger wahrscheinlich, und die Preisdifferenz zwischen beiden Milchsorten dürfte sich im September weiter verringern.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Ungarn fordert EU: Zölle auf Düngerimporte lockern

Steigende Betriebsmittelkosten setzen die Landwirtschaft in Europa zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund drängt Ungarn die Europäische Union dazu, Importzölle auf Düngemittel...

Düngemittelmarkt: Nahost dominiert Harnstoffexport weltweit

Die weltweite Versorgung mit Stickstoffdüngern bleibt stark von wenigen Exportländern abhängig. Aktuellen Marktanalysen zufolge stammen rund 13,5 Millionen Tonnen des global gehandelten...

Bullenpreise fallen um 10 Cent, Kälberpreise steigen weiter an

Die aktuellen Entwicklungen auf den Fleischmärkten zeigen ein interessantes Bild: Während sich die Preise für Jungbullen und Kühe stabil halten, versuchen Schlachtbetriebe,...

Australiens Rekordernten 2025/26 steigern Weizen- und Gerstenexporte

Australiens landwirtschaftliche Produktion hat in der Saison 2025/26 einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet. Die Gesamternte an Winterkulturen wird auf 68,4 Millionen Tonnen geschätzt,...

EU-Klimazoll im Kreuzfeuer: Düngemittelpreise explodieren weltweit

Die Versorgung mit Mineraldünger ist derzeit gesichert, doch die Preise sind weltweit im Aufwind. Landwirte in Europa sehen sich mit drastischen Kostensteigerungen...